Angelaufene Beine beim Pferd: Effektive Hausmittel und was wirklich hilft
Angelaufene Beine sind ein häufiges Problem bei Pferden und können verschiedene Ursachen haben. Aber keine Panik! Oftmals können einfache Hausmittel Linderung verschaffen. In diesem Artikel erfährst du alles über Ursachen, Vorbeugung und die besten Hausmittel, um deinem Pferd schnell wieder auf die Beine zu helfen.
Was sind angelaufene Beine beim Pferd?
Angelaufene Beine bezeichnen eine Schwellung, meist in den unteren Bereichen der Pferdebeine, also Fessel, Röhrbein oder Sprunggelenk. Sie entstehen durch eine Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe. Während sie oft harmlos sind, können sie auch ein Anzeichen für ein ernsteres Problem sein.
Ursachen für angelaufene Beine
Die Ursachen für angelaufene Beine beim Pferd sind vielfältig:
- Mangelnde Bewegung: Stehen Pferde lange in der Box, kann der Lymphfluss beeinträchtigt werden, was zu Schwellungen führt.
- Falsche Fütterung: Ein Überschuss an Eiweiß oder Kohlenhydraten kann den Stoffwechsel belasten und angelaufene Beine begünstigen.
- Verletzungen: Prellungen, Zerrungen oder Entzündungen können ebenfalls Schwellungen verursachen.
- Infektionen: In seltenen Fällen können Infektionen wie Mauke oder Phlegmone zu angelaufenen Beinen führen.
- Herz- oder Kreislaufprobleme: Diese können den Blutfluss beeinträchtigen und Schwellungen verursachen.
- Allergische Reaktionen: Insektenstiche oder Allergien können lokale Schwellungen auslösen.
Wann solltest du einen Tierarzt rufen?
Obwohl viele Fälle von angelaufenen Beinen mit Hausmitteln behandelt werden können, ist es wichtig, einen Tierarzt zu konsultieren, wenn:
- Die Schwellung plötzlich auftritt und sehr stark ist.
- Das Pferd Lahmheit zeigt.
- Das Bein warm und schmerzhaft ist.
- Fieber oder andere Krankheitssymptome auftreten.
- Die Schwellung trotz Behandlung nicht abklingt.
Effektive Hausmittel gegen angelaufene Beine beim Pferd
Wenn keine schwerwiegende Ursache vorliegt, können folgende Hausmittel helfen:
1. Bewegung ist das A und O
Regelmäßige Bewegung ist essenziell, um den Lymphfluss anzukurbeln und Schwellungen zu reduzieren. Ein täglicher Spaziergang, leichtes Training oder Weidegang wirken Wunder.
2. Kühlung mit Wasser
Kaltes Abduschen der Beine (von unten nach oben) für 10-15 Minuten kann die Durchblutung fördern und Schwellungen reduzieren. Achte darauf, das Wasser nicht direkt auf das Bein zu spritzen, sondern es sanft herunterlaufen zu lassen.
3. Wickel mit Umschlägen
Quarkwickel: Quark hat eine entzündungshemmende und kühlende Wirkung. Trage eine dicke Schicht Quark auf das betroffene Bein auf, wickle es mit einer Bandage ein und lasse es über Nacht einwirken.
Essigwickel: Eine Mischung aus Wasser und Apfelessig (1:1) kann ebenfalls helfen, die Schwellung zu reduzieren. Tränke ein Tuch in der Mischung, wickle es um das Bein und fixiere es mit einer Bandage. Achte darauf, die Haut vorher auf eventuelle Reaktionen zu prüfen.
4. Massagen zur Lymphdrainage
Sanfte Massagen in Richtung des Herzens können helfen, den Lymphfluss anzuregen und die Flüssigkeit abzutransportieren. Verwende hierfür kreisende Bewegungen mit leichtem Druck.
5. Kräuter für die Lymphe
Bestimmte Kräuter können die Lymphfunktion unterstützen. Dazu gehören:
- Brennnessel: Wirkt entwässernd und entzündungshemmend.
- Klettenlabkraut: Fördert den Lymphfluss.
- Goldrute: Unterstützt die Nierenfunktion und hilft bei der Entgiftung.
Diese Kräuter können dem Pferd entweder als Tee oder in getrockneter Form ins Futter gegeben werden. Sprich die Dosierung am besten mit einem Tierheilpraktiker ab.
6. Tonerde oder Heilerde
Umschläge mit Tonerde oder Heilerde können helfen, Flüssigkeit aus dem Gewebe zu ziehen und Entzündungen zu reduzieren. Mische die Erde mit Wasser zu einer Paste, trage sie auf das betroffene Bein auf und lasse sie trocknen.
7. Apfelessig innerlich
Ein Schuss Apfelessig ins Futter kann den Stoffwechsel anregen und die Durchblutung fördern. Beginne mit einer kleinen Menge und steigere sie langsam.
Vorbeugung ist besser als Heilung
Um angelaufenen Beinen vorzubeugen, solltest du folgende Maßnahmen ergreifen:
- Ausreichend Bewegung: Sorge für tägliche Bewegung deines Pferdes.
- Artgerechte Fütterung: Vermeide eine Überversorgung mit Eiweiß und Kohlenhydraten.
- Regelmäßige Kontrolle: Achte auf Veränderungen an den Beinen deines Pferdes.
- Gute Stallhygiene: Saubere Boxen und Weiden helfen, Infektionen vorzubeugen.
Fazit
Angelaufene Beine beim Pferd sind oft harmlos und können mit einfachen Hausmitteln behandelt werden. Es ist jedoch wichtig, die Ursache zu erkennen und bei Bedarf einen Tierarzt zu konsultieren. Durch eine Kombination aus Bewegung, Kühlung, Umschlägen und einer angepassten Fütterung kannst du deinem Pferd helfen, schnell wieder fit zu werden.