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Bärentatzig beim Pferd: Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten

Lukas Fuchs vor 2 Monaten Pferdegesundheit 3 Min. Lesezeit

Die Begriffe "bärentatzig" und "durchtrittig" fallen oft im Zusammenhang mit Pferdebeinen. Aber was genau bedeutet es, wenn ein Pferd bärentatzig ist? Welche Ursachen stecken dahinter und welche Auswirkungen hat diese Fehlstellung auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Pferdes? Dieser Artikel beantwortet alle wichtigen Fragen rund um das Thema Bärentatzigkeit beim Pferd.

Bärentatzig beim Pferd: Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten

Was bedeutet bärentatzig beim Pferd?

Der Begriff "bärentatzig" beschreibt eine Fehlstellung im Bereich des Fesselgelenks beim Pferd. Genauer gesagt, bedeutet es, dass die Hufachse steiler steht als die Fesselachse. Im Idealfall bilden diese beiden Achsen eine Linie. Bei einem bärentatzigen Pferd ist der Winkel zwischen Huf und Fessel nach vorne hin "geknickt", was optisch an die Pfote eines Bären erinnert.

Wie unterscheidet sich bärentatzig von durchtrittig?

Oft werden die Begriffe "bärentatzig" und "durchtrittig" synonym verwendet, obwohl sie unterschiedliche Aspekte der Gliedmaßenstellung beschreiben. Während "bärentatzig" sich auf die steilere Hufachse im Verhältnis zur Fesselachse bezieht, beschreibt "durchtrittig" eine Absenkung des Fesselkopfes. Ein Pferd kann sowohl bärentatzig als auch durchtrittig sein, aber die Begriffe sind nicht austauschbar. Durchtrittigkeit geht oft mit einer Schwäche des Fesselapparates einher.

Ursachen für Bärentatzigkeit

Die Ursachen für eine bärentatzige Stellung können vielfältig sein:

  • Angeborene Fehlstellung: Manche Fohlen kommen bereits mit einer bärentatzigen Stellung zur Welt.
  • Überlastung: Eine zu frühe oder zu intensive Belastung, insbesondere bei jungen Pferden, kann zu einer Überlastung des Fesselapparates und in der Folge zu einer bärentatzigen Stellung führen.
  • Fehlfütterung: Eine unausgewogene Fütterung, insbesondere ein Mangel an bestimmten Mineralstoffen, kann die Entwicklung des Skeletts und des Bindegewebes beeinträchtigen und die Entstehung einer bärentatzigen Stellung begünstigen.
  • Unsachgemäße Hufbearbeitung: Eine falsche oder unregelmäßige Hufbearbeitung kann die Balance des Hufes stören und zu einer Fehlstellung führen.
  • Verletzungen: Verletzungen im Bereich des Fesselgelenks oder der Sehnen können ebenfalls eine bärentatzige Stellung verursachen.

Auswirkungen der Fehlstellung

Eine bärentatzige Stellung kann verschiedene Auswirkungen auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Pferdes haben:

  • Erhöhte Belastung des Fesselapparates: Die Fehlstellung führt zu einer ungleichmäßigen Belastung der Sehnen, Bänder und Gelenke im Bereich des Fesselgelenks, was das Risiko von Entzündungen und Verschleißerscheinungen erhöht.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit: Die Beweglichkeit des Fesselgelenks kann eingeschränkt sein, was sich negativ auf die Gänge des Pferdes auswirken kann.
  • Erhöhtes Lahmheitsrisiko: Pferde mit einer bärentatzigen Stellung neigen eher zu Lahmheiten, insbesondere nach intensiver Belastung.
  • Arthrose: Langfristig kann die Fehlstellung zu Arthrose im Fesselgelenk führen.

Diagnose

Die Diagnose einer bärentatzigen Stellung erfolgt in der Regel durch eine klinische Untersuchung des Pferdes. Dabei wird die Stellung der Gliedmaßen beurteilt und auf mögliche Anzeichen von Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen geachtet. Röntgenaufnahmen können helfen, den Grad der Fehlstellung zu beurteilen und andere mögliche Ursachen für die Beschwerden auszuschließen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung einer bärentatzigen Stellung zielt darauf ab, die Belastung des Fesselapparates zu reduzieren und die Beweglichkeit des Gelenks zu verbessern. Die Behandlungsmöglichkeiten hängen von der Ursache und dem Schweregrad der Fehlstellung ab:

  • Orthopädischer Beschlag: Ein speziell angepasster Hufbeschlag kann helfen, die Hufstellung zu korrigieren und die Belastung des Fesselapparates zu optimieren.
  • Physiotherapie: Physiotherapeutische Behandlungen können helfen, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit des Gelenks zu verbessern und Schmerzen zu lindern.
  • Entzündungshemmende Medikamente: Bei Entzündungen im Bereich des Fesselgelenks können entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden.
  • Hyaluronsäure-Injektionen: Injektionen mit Hyaluronsäure können die Gelenkschmiere verbessern und die Beweglichkeit des Gelenks fördern.
  • Chirurgische Eingriffe: In schweren Fällen kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein, um die Fehlstellung zu korrigieren.

Vorbeugung

Um einer bärentatzigen Stellung vorzubeugen, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:

  • Ausgewogene Fütterung: Eine ausgewogene Fütterung mit ausreichend Mineralstoffen ist wichtig für die gesunde Entwicklung des Skeletts und des Bindegewebes.
  • Angemessene Belastung: Junge Pferde sollten nicht zu früh oder zu intensiv belastet werden.
  • Regelmäßige Hufbearbeitung: Eine regelmäßige und fachgerechte Hufbearbeitung ist wichtig, um die Balance des Hufes zu erhalten und Fehlstellungen vorzubeugen.
  • Vermeidung von Übergewicht: Übergewicht belastet den Fesselapparat zusätzlich und kann die Entstehung einer bärentatzigen Stellung begünstigen.

Fazit

Eine bärentatzige Stellung beim Pferd ist eine Fehlstellung, die verschiedene Ursachen haben kann und negative Auswirkungen auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Pferdes haben kann. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden. Durch eine ausgewogene Fütterung, angemessene Belastung und regelmäßige Hufbearbeitung kann einer bärentatzigen Stellung vorgebeugt werden.

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