Spice Planet

Hufrehe Ursachen beim Pferd: Ein umfassender Ratgeber

Lukas Fuchs vor 2 Monaten Pferdegesundheit 3 Min. Lesezeit

Hufrehe ist ein Albtraum für jeden Pferdebesitzer. Diese schmerzhafte Erkrankung kann die Lebensqualität Ihres Pferdes erheblich beeinträchtigen. Aber was sind die eigentlichen Ursachen für Hufrehe? In diesem Artikel beleuchten wir die komplexen Auslöser und Risikofaktoren, damit Sie Ihr Pferd bestmöglich schützen können.

Was ist Hufrehe und warum ist es so wichtig, die Ursachen zu kennen?

Hufrehe, auch Laminitis genannt, ist eine Entzündung der Huflederhaut, der Verbindungsschicht zwischen Hufbein und Hornkapsel. Diese Entzündung führt zu Schmerzen und kann im schlimmsten Fall zur Ablösung des Hufbeins führen. Umso wichtiger ist es, die Ursachen zu kennen, um präventive Maßnahmen ergreifen und im Akutfall schnell handeln zu können.

Die häufigsten Hufrehe Ursachen im Überblick

Die Ursachen für Hufrehe sind vielfältig und oft komplex. Es ist selten nur ein einziger Faktor verantwortlich, sondern meist ein Zusammenspiel verschiedener Umstände. Die wichtigsten Ursachen lassen sich in folgende Kategorien einteilen:

  • Fütterungsbedingte Hufrehe (Futterrehe): Die häufigste Ursache, oft ausgelöst durch zu viel Zucker, Stärke und Fruktane im Futter.
  • Belastungsrehe: Überlastung der Hufe, z.B. durch zu hartes Training auf ungeeignetem Untergrund oder durch Fehlstellungen.
  • Vergiftungsrehe: Selten, aber möglich durch die Aufnahme von Giftstoffen, z.B. durch verdorbene Futtermittel oder bestimmte Pflanzen.
  • Krankheitsbedingte Hufrehe: Als Folge anderer Erkrankungen wie Stoffwechselstörungen (z.B. Equines Metabolisches Syndrom (EMS) oder Cushing-Syndrom), Infektionen oder Koliken.
  • Geburtsrehe: Kann im Zusammenhang mit Nachgeburtsstörungen auftreten.

Fütterungsbedingte Hufrehe (Futterrehe) – Die häufigste Ursache

Die Futterrehe ist die am weitesten verbreitete Form der Hufrehe. Sie entsteht durch eine Überlastung des Stoffwechsels mit Kohlenhydraten, insbesondere Zucker, Stärke und Fruktanen. Diese Stoffe gelangen unverdaut in den Dickdarm, wo sie zu einer vermehrten Produktion von Milchsäure führen. Das saure Milieu schädigt die Darmflora, was wiederum zur Freisetzung von Endotoxinen führt. Diese Giftstoffe gelangen ins Blut und können eine Entzündung der Huflederhaut auslösen.

Risikofaktoren für Futterrehe:

  • Weidegang: Besonders im Frühjahr und Herbst ist das Gras sehr zuckerhaltig.
  • Kraftfutter: Zu große Mengen an Getreide oder zuckerhaltigen Müslis können eine Futterrehe auslösen.
  • Heu: Auch Heu kann, je nach Erntezeitpunkt und Lagerung, hohe Zuckergehalte aufweisen.
  • Übergewicht: Übergewichtige Pferde haben ein höheres Risiko, an Futterrehe zu erkranken.
  • Rassen: Ponys, Robustrassen und Kaltblüter sind aufgrund ihres Stoffwechsels anfälliger für Futterrehe.

Belastungsrehe – Wenn die Hufe überfordert sind

Die Belastungsrehe entsteht durch eine Überlastung der Hufe. Dies kann verschiedene Ursachen haben:

  • Zu hartes Training auf ungeeignetem Untergrund: Besonders Asphalt oder steinige Böden können die Hufe stark beanspruchen.
  • Fehlstellungen: Fehlstellungen der Gliedmaßen führen zu einer ungleichmäßigen Belastung der Hufe.
  • Lange Transporte: Langes Stehen im Hänger kann die Durchblutung der Hufe beeinträchtigen.
  • Hufabszesse oder andere Hufprobleme: Diese können zu einer Schonhaltung führen, die die anderen Hufe überlastet.

Vergiftungsrehe – Selten, aber gefährlich

Die Vergiftungsrehe ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Form der Hufrehe. Sie entsteht durch die Aufnahme von Giftstoffen, die ins Blut gelangen und eine Entzündung der Huflederhaut auslösen können. Mögliche Ursachen sind:

  • Verdorbene Futtermittel: Schimmelpilze und Bakterien in verdorbenem Futter können Giftstoffe produzieren.
  • Giftpflanzen: Einige Pflanzen, wie z.B. Jakobskreuzkraut oder Eibe, sind für Pferde giftig.
  • Medikamente: In seltenen Fällen können bestimmte Medikamente eine Vergiftungsrehe auslösen.

Krankheitsbedingte Hufrehe – Eine Folgeerkrankung

Hufrehe kann auch als Folge anderer Erkrankungen auftreten. Besonders häufig ist dies bei Stoffwechselstörungen der Fall:

  • Equines Metabolisches Syndrom (EMS): EMS ist eine Insulinresistenz, die zu erhöhten Blutzucker- und Insulinspiegeln führt. Dies kann eine Entzündung der Huflederhaut auslösen.
  • Cushing-Syndrom (Equines Cushing Syndrom, ECS): ECS ist eine Erkrankung der Hirnanhangsdrüse, die zu einer Überproduktion von Cortisol führt. Cortisol kann den Stoffwechsel negativ beeinflussen und das Risiko für Hufrehe erhöhen.
  • Infektionen: Schwere Infektionen, wie z.B. eine Blutvergiftung (Sepsis), können eine Hufrehe auslösen.
  • Koliken: In seltenen Fällen kann eine Kolik zu einer Hufrehe führen.

Geburtsrehe – Komplikationen nach der Geburt

Die Geburtsrehe ist eine spezielle Form der Hufrehe, die im Zusammenhang mit Nachgeburtsstörungen auftreten kann. Wenn die Nachgeburt nicht vollständig abgeht, können sich Bakterien vermehren und Giftstoffe freisetzen, die eine Hufrehe auslösen.

Wie Sie Hufrehe vorbeugen können

Die beste Behandlung der Hufrehe ist die Vorbeugung. Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie das Risiko für Hufrehe deutlich reduzieren:

  • Fütterungsmanagement: Achten Sie auf eine ausgewogene Fütterung mit wenig Zucker, Stärke und Fruktanen. Vermeiden Sie übermäßigen Weidegang, insbesondere im Frühjahr und Herbst.
  • Gewichtsmanagement: Achten Sie darauf, dass Ihr Pferd nicht übergewichtig ist.
  • Hufpflege: Lassen Sie die Hufe regelmäßig von einem Hufschmied bearbeiten, um Fehlstellungen zu korrigieren und eine gleichmäßige Belastung zu gewährleisten.
  • Bewegung: Sorgen Sie für ausreichend Bewegung, um den Stoffwechsel anzuregen und die Durchblutung der Hufe zu fördern.
  • Regelmäßige tierärztliche Untersuchung: Lassen Sie Ihr Pferd regelmäßig von einem Tierarzt untersuchen, um Stoffwechselstörungen frühzeitig zu erkennen.

Fazit: Hufrehe Ursachen sind vielfältig – Prävention ist der Schlüssel

Die Ursachen für Hufrehe sind vielfältig und oft komplex. Es ist wichtig, die verschiedenen Auslöser zu kennen, um präventive Maßnahmen ergreifen und im Akutfall schnell handeln zu können. Eine ausgewogene Fütterung, regelmäßige Hufpflege, ausreichend Bewegung und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen sind der Schlüssel zur Vorbeugung von Hufrehe. Indem Sie diese Tipps befolgen, können Sie das Risiko für Hufrehe deutlich reduzieren und Ihrem Pferd ein langes und gesundes Leben ermöglichen.

Weitere Beiträge

Folge uns

Neue Beiträge

Pferdegesundheit

Pferd Sarkoid: Symptome erkennen, richtig behandeln, Rückfälle vermeiden

AUTOR • Jun 07, 2026
Pferdegesundheit

Pferde versichern: Welche Policen wirklich zählen und wo du kein Geld verbrennen solltest

AUTOR • Jun 07, 2026
Fütterung & Pflege

Esparsette Pferdefütterung: Wirkung, Vorteile, Risiken und richtige Fütterung beim Pferd

AUTOR • Jun 06, 2026
Pferdegesundheit

Shivering Pferd: Symptome früh erkennen und den Alltag clever managen

AUTOR • Jun 06, 2026
Pferdegesundheit

Hufrehe und die Weiße Linie: Ursachen, Diagnose und Behandlung

AUTOR • Jun 03, 2026
Pferdegesundheit

Tupferprobe beim Pferd: Kosten, Ablauf und wichtige Infos für Pferdebesitzer

AUTOR • Jun 03, 2026
Reiten & Ausbildung

Lockere Kniebänder beim Pferd: Effektive Übungen für mehr Stabilität

AUTOR • Jun 03, 2026
Pferdegesundheit

Riss im Huf beim Pferd: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

AUTOR • Jun 03, 2026
Pferdegesundheit

Pferde Knie: Alles, was du über Anatomie, Probleme und Lösungen wissen musst

AUTOR • Jun 03, 2026
Pferdegesundheit

Wenn das Knie beim Pferd zwickt: Ursachen, Diagnose und Therapie

AUTOR • Jun 03, 2026
Reiten & Ausbildung

Präzise statt subjektiv: KI‑Ganganalyse beim Pferd verstehen und anwenden

AUTOR • Jun 03, 2026
Pferdegesundheit

Brustwirbel beim Pferd: Aufbau, typische Probleme (Kissing Spines) und Behandlung

AUTOR • Jun 03, 2026
Pferdegesundheit

Pferdebandwurm: Symptome, Infektion und Behandlung für ein gesundes Pferd

AUTOR • Jun 03, 2026
Pferdegesundheit

Lendenwirbel beim Pferd: Anatomie, Bedeutung und gesundheitliche Aspekte

AUTOR • Jun 03, 2026
Fütterung & Pflege

Mash für Pferde: Das musst du über den warmen Brei wissen!

AUTOR • Jun 01, 2026
Pferdegesundheit

Das Gewicht Deines Pferdes: Alles, was Du Wissen Musst

AUTOR • May 31, 2026
Pferdegesundheit

Shivering Pferde: Ursachen, Symptome und mein persönlicher Management-Ansatz

AUTOR • May 30, 2026
Fütterung & Pflege

Das Gewicht von Pferden: Alles, was du wissen musst!

AUTOR • May 30, 2026
Pferdegesundheit

Gewicht der Pferde: Alles, was du wissen musst – von Rasse bis idealem Gewicht

AUTOR • May 29, 2026
Pferdegesundheit

Druse beim Pferd: Was du wirklich wissen musst (und was nicht!)

AUTOR • May 29, 2026

Beliebte Beiträge

Fütterung & Pflege

Eichenrinde für Pferde: Natürliches Heilmittel für das Wohlbefinden deiner Tiere

AUTOR • Dec 04, 2025
Pferdegesundheit

Was tun bei einer gefüllten Sehnenscheide beim Pferd?

AUTOR • Dec 06, 2025
Pferdegesundheit

PSSM2 PX Symptome beim Pferd erkennen: Ein umfassender Leitfaden

AUTOR • Mar 15, 2026
Pferdegesundheit

Thermografie beim Pferd: Schmerzfrei erkennen, was wirklich los ist!

AUTOR • Mar 13, 2026
Pferdegesundheit

Die Schwellung des Fesselträgers beim Pferd: Ursachen, Symptome und Behandlung

AUTOR • Dec 06, 2025
Reiten & Ausbildung

Beritt Pferd: Alles, was Sie über professionelles Pferdetraining wissen müssen

AUTOR • Mar 16, 2026
Pferdegesundheit

Dry Needling beim Pferd: Wirkung, Anwendung und Vorteile für die Pferdegesundheit

AUTOR • Mar 14, 2026
Pferdegesundheit

Bronchoskopie beim Pferd: Detaillierter Einblick in Diagnose und Behandlung

AUTOR • Mar 14, 2026
Fütterung & Pflege

Fleischwolf Mineralfutter: Natürliche Ergänzung für gesunde Tiere

AUTOR • Mar 14, 2026
Pferdegesundheit

Zahnbehandlung beim Pferd: Wichtigkeit, Ablauf und Kosten

AUTOR • Mar 13, 2026
Pferdegesundheit

Dorntherapie für Pferde: Sanfte Hilfe bei Rückenproblemen und Lahmheit

AUTOR • Mar 13, 2026
Fütterung & Pflege

Pferde Bokashi: Die Vorteile für die Gesundheit Ihrer Pferde

AUTOR • Oct 06, 2025
Haltung & Stallmanagement

Heilungsbefehle für Dinosaurier in ARK: Überlebensstrategien für deine Tiere

AUTOR • Jun 24, 2025
Fütterung & Pflege

Lysin für Pferde: Optimale Versorgung für Muskelaufbau, Immunsystem und mehr

AUTOR • Mar 16, 2026
Pferdegesundheit

Wobbler Syndrom beim Pferd: Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapie

AUTOR • Mar 16, 2026
Pferdegesundheit

PRP beim Pferd: Anwendung, Wirkung und Kosten der Therapie

AUTOR • Mar 15, 2026
Fütterung & Pflege

Hanfpellets für Pferde: Wirkung, Vorteile und Anwendung im Detail

AUTOR • Mar 15, 2026
Pferdegesundheit

Pferd Wirbelsäule steht raus: Ursachen, Diagnose und Behandlung

AUTOR • Mar 14, 2026
Fütterung & Pflege

Luzerneheu fürs Pferd: Wann es hilft, wann Vorsicht geboten ist

AUTOR • Dec 29, 2025
Fütterung & Pflege

Hyaluron für Pferde: So unterstützt es die Gelenke und Beweglichkeit

AUTOR • Sep 27, 2025