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Rote Beete und Hufrehe beim Pferd: Risiko, Nutzen und wie du richtig fütterst

Lukas Fuchs vor 3 Monaten Haustiere & Tierhaltung 3 Min. Lesezeit

Rote Beete ist geschmacklich beliebt und wird bei Pferden gerne als Leckerli oder Zusatzfutter eingesetzt. Doch kann die rote Knolle Hufrehe auslösen oder verschlimmern — oder hilft sie sogar? Dieser Beitrag erklärt, worauf du bei roten Beeten achten musst, welche Pferde sie meiden sollten und wie du sie sicher fütterst.

Warum die Diskussion um rote Beete und Hufrehe existiert

Rote Beete (auch Rote Rübe genannt) enthält neben Ballaststoffen eine vergleichsweise hohe Menge an leicht verfügbaren Zuckern sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Betain und Nitrate. Genau der Zuckergehalt ist der Grund, warum bei pferdehaltenden Menschen die Frage auftaucht: Fördert rote Beete Hufrehe (Laminitis) oder ist sie unproblematisch?

Was ist Hufrehe kurz zusammengefasst?

Hufrehe ist eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut, die durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann: stoffwechselbedingte Probleme (z. B. EMS, Insulinresistenz, Cushing/PPID), plötzliche Energieüberversorgung (viel Zucker/Fruktan aus Gras, Kraftfutter oder Leckereien), Traumata oder Entzündungen im Körper. Bei Pferden mit metabolischen Erkrankungen reicht bereits eine moderate zusätzliche Zuckerzufuhr, um ein Rehe-Ereignis zu provozieren.

Welche Risiken bringt rote Beete mit sich?

  • Zuckergehalt: Die Knolle enthält Saccharose, Glukose und Fruktose. Bei Pferden mit EMS, Insulinresistenz oder früherer Hufrehe kann dieser Zucker die Gefahr eines erneuten Schubs erhöhen.
  • Nitrate und andere Inhaltsstoffe: Nitrate sind in Roter Beete vorhanden; in großen Mengen problematisch, aber bei normalen Fütterungsmengen selten der Hauptfaktor für Hufrehe.
  • Portionsgröße & Häufigkeit: Regelmäßiges oder großes Füttern erhöht die tägliche Zuckermenge deutlich — und damit das Risiko bei empfindlichen Pferden.

Für welche Pferde ist Rote Beete dagegen unbedenklich — und für welche nicht?

Ob rote Beete "sicher" ist, hängt vom individuellen Pferd ab:

  • Vorsicht geboten bei: Pferden mit bekannter EMS, Insulinresistenz, Cushing/PPID, früherer Hufrehe oder Übergewicht. Diese Gruppen sollten Rote Beete nur sehr eingeschränkt oder gar nicht bekommen.
  • Meist unproblematisch: Gesunde Freizeitpferde ohne Stoffwechselprobleme können gelegentlich kleine Portionen erhalten, sofern die gesamte Tagesration an leicht verfügbaren Kohlenhydraten berücksichtigt wird.

Praktische Fütterungstipps

  • Im akuten Hufrehe-Fall: vermeiden. Bei akuter Hufrehe oder während einer akuten Stoffwechselentgleisung nur das vom Tierarzt empfohlene Futter geben — keine Rote Beete, keine Naschereien.
  • Als gelegentliche Belohnung: Gib Rote Beete nur selten und in kleinen Mengen. Viele erfahrene Pferdehalter füttern Portionen von z. B. 100–200 g als einmaliges Leckerli; wichtig ist, dies in die Gesamtkalorien- und Zuckermenge des Tages einzurechnen.
  • Nie Saft oder stark konzentrierte Produkte: Rote-Beete-Saft enthält konzentrierte Zucker und Nitrate und kann riskanter sein als die ganze Knolle.
  • Zubereitung: Grob gehackt oder geraspelt ist die Knolle leichter aufzunehmen. Schimmel oder faulige Stellen wegschneiden. Schälen ist nicht zwingend, hilft aber, eventuelle Erdspuren/Nitrate an der Oberfläche zu entfernen.
  • Alternative Leckerli: Für Rehe-gefährdete Pferde besser geeignet sind zuckerarme Alternativen wie Paprika, Gurke, Sellerie oder spezielle zuckerreduzierte Pferdeleckerli.

Wie du das Risiko für dein Pferd einschätzt

Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht. Nutze diese Schritte, um verantwortungsvoll zu entscheiden:

  1. Kenntnis des Pferdegesundheitsstatus: EMS, Cushing/PPID, früherer Hufrehe oder Übergewicht sind Warnzeichen.
  2. Betrachte die gesamte Tagesration: Wie viel zucker- und stärkereiche Futtermittel bekommt dein Pferd bereits (Kraftfutter, Müsli, Obst, Karotten, sehr energiereiches Heu)?
  3. Sprich mit Tierarzt oder equinem Ernährungsberater: Bei Unsicherheit ist eine fachliche Beratung sinnvoll — insbesondere wenn das Pferd zuvor Hufrehe hatte.
  4. Bei metabolic-prone Pferden: wenn überhaupt, dann nur sporadisch, in sehr kleinen Mengen, oder wähle besser zuckerarme Alternativen.

Wann solltest du sofort handeln?

Achte auf frühe Rehe-Signale: warme Hufe, deutliches Stehen, Unruhe, verändertes Gangbild oder eine erhöhte digitale Pulsation. Bei Verdacht auf Hufrehe Tierarzt kontaktieren und bis zur Klärung auf jegliche zuckerhaltige Leckereien verzichten.

Weiterführende Informationen und Quellen

Für vertiefende Ratschläge zu Hufrehe, Fütterungsempfehlungen und Stoffwechselerkrankungen empfehle ich, zuverlässige Fachseiten und Tierärzte zu konsultieren. Nützliche Startpunkte im deutschsprachigen Raum sind z. B. Artikel zu Futtermitteln und Rehe auf Seiten wie hufrehebehandlung.de oder sachliche Fütterungsbeiträge in Fachmagazinen.

Fazit — Wann ist rote Beete beim Pferd okay?

Rote Beete kann ein schmackhaftes, gelegentliches Leckerli sein. Für Pferde mit Rehe-Gefährdung, EMS, Cushing/PPID oder Übergewicht ist sie jedoch potenziell riskant und sollte vermieden oder strikt limitiert werden. Entscheidend ist, die Gesamtzuckermenge im Tagesfutter zu kennen und bei Risikopferden lieber auf zuckerarme Alternativen zurückzugreifen oder Rücksprache mit dem Tierarzt zu halten.

Wenn du möchtest, kann ich dir helfen, eine individuelle Fütterungsstrategie für dein Pferd zu formulieren — nenne dazu Alter, Gewicht, Gesundheitsstatus (insbesondere EMS/PPID/Rehe-Vorerkrankungen) und aktuelle Fütterung.

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