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Hufrehe wird nicht besser? Ursachen, Symptome und was wirklich hilft!

Lukas Fuchs vor 2 Monaten Pferdegesundheit 3 Min. Lesezeit

Ihr Pferd leidet unter Hufrehe und es scheint einfach nicht besser zu werden? Sie sind ratlos, was Sie noch tun können? Dieser Artikel beleuchtet die komplexen Ursachen von Hufrehe, erklärt, warum sie chronisch werden kann und zeigt Ihnen effektive Behandlungsansätze, um Ihrem Pferd endlich Linderung zu verschaffen.

Hufrehe wird nicht besser: Was tun, wenn die Behandlung versagt?

Hufrehe ist eine schmerzhafte Erkrankung der Hufe, die Pferdebesitzer oft zur Verzweiflung treibt. Was aber, wenn die üblichen Behandlungen nicht anschlagen und die Hufrehe einfach nicht besser wird? Dieser Artikel geht den Ursachen auf den Grund und zeigt Ihnen, wie Sie Ihrem Pferd wirklich helfen können.

Was ist Hufrehe überhaupt?

Bevor wir uns den Gründen für eine ausbleibende Besserung widmen, ist es wichtig, Hufrehe selbst zu verstehen. Hufrehe ist eine Entzündung der Huflederhaut, der Verbindungsschicht zwischen Hufbein und Hornkapsel. Diese Entzündung kann zu einer Ablösung der Huflederhaut führen, was im schlimmsten Fall eine Rotation oder Absenkung des Hufbeins zur Folge hat. Das ist nicht nur extrem schmerzhaft für das Pferd, sondern kann auch langfristige Schäden verursachen.

Warum wird die Hufrehe nicht besser? Mögliche Ursachen

Es gibt viele Gründe, warum sich eine Hufrehe als hartnäckig erweisen kann. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
  • Falsche Diagnose: Nicht jede Lahmheit im Hufbereich ist Hufrehe. Andere Erkrankungen wie Hufabszesse, Nageltritte oder Hufrollenentzündungen können ähnliche Symptome verursachen. Eine genaue Diagnose durch einen Tierarzt ist daher unerlässlich.
  • Unzureichende Behandlung der Grunderkrankung: Hufrehe ist oft eine Folge anderer gesundheitlicher Probleme. Dazu gehören:
    • Equines Metabolisches Syndrom (EMS): Eine Stoffwechselstörung, die zu Insulinresistenz führt.
    • Cushing-Syndrom (ECS): Eine Hormonstörung, die vor allem ältere Pferde betrifft.
    • Überlastung: Besonders bei Pferden mit unphysiologischen Hufzuständen kann Überlastung zu Hufrehe führen.
    • Vergiftung: Der Konsum bestimmter Pflanzen oder Substanzen kann Hufrehe auslösen.
    Wenn die Grunderkrankung nicht behandelt wird, wird auch die Hufrehe nicht abheilen.
  • Fütterungsfehler: Eine zucker- und stärkereiche Fütterung kann die Insulinresistenz verstärken und somit die Hufrehe verschlimmern.
  • Mangelnde Hufpflege: Eine unregelmäßige oder unsachgemäße Hufpflege kann die Situation verschlimmern. Fehlstellungen und ungleichmäßige Belastung fördern Entzündungen.
  • Falsche oder fehlende Hufbeschläge: Ungeeignete Beschläge können die Hufmechanik beeinträchtigen und den Heilungsprozess behindern.
  • Zu frühe Belastung: Ein zu früher Beginn der Belastung nach einem Reheschub kann die Huflederhaut erneut reizen und die Heilung verzögern.

Symptome einer hartnäckigen Hufrehe

Auch wenn bereits eine Behandlung erfolgt, können folgende Symptome darauf hindeuten, dass die Hufrehe nicht besser wird:
  • Anhaltende Lahmheit, die sich nicht verbessert oder sogar verschlimmert.
  • Schmerzempfindlichkeit beim Abtasten der Hufwand.
  • Wärme im Bereich der Hufe.
  • Pulsation der Mittelfußarterie.
  • Veränderungen der Hufform (z.B. verbreiterte weiße Linie, Hufringbildung).
  • Absenkung oder Rotation des Hufbeins (röntgenologisch nachweisbar).

Was wirklich hilft: Effektive Behandlungsansätze

Wenn die Hufrehe nicht besser wird, ist es wichtig, einen umfassenden Behandlungsplan zu erstellen, der folgende Aspekte berücksichtigt:

1. Tierärztliche Untersuchung und Diagnose

Ein Tierarzt sollte eine gründliche Untersuchung durchführen, um die genaue Ursache der Hufrehe zu ermitteln. Dazu gehören:
  • Klinische Untersuchung und Lahmheitsbeurteilung
  • Blutuntersuchung zur Überprüfung von Stoffwechselparametern (z.B. Insulin, Glukose)
  • Röntgenaufnahmen zur Beurteilung der Hufbeinposition

2. Behandlung der Grunderkrankung

Die Behandlung der Grunderkrankung ist entscheidend für den Erfolg der Hufrehetherapie. Bei EMS kann eine Anpassung der Fütterung und Bewegung helfen, die Insulinresistenz zu verbessern. Bei Cushing-Syndrom kann eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein.

3. Angepasste Fütterung

Eine zucker- und stärkearme Fütterung ist essentiell. Das bedeutet:
  • Reduzierung von Getreide und Melasse
  • Raufutter (Heu) sollte den Hauptbestandteil der Fütterung ausmachen
  • Heu waschen, um den Zuckergehalt zu reduzieren
  • Mineralfutter zur Deckung des Nährstoffbedarfs
  • In manchen Fällen ist eine spezielle Diät erforderlich, die von einem Tierarzt oder Ernährungsberater erstellt wird.

4. Optimale Hufpflege und Hufbeschlag

Eine regelmäßige und fachgerechte Hufpflege ist unerlässlich. Ein Hufschmied oder Hufpfleger sollte den Huf optimal bearbeiten, um eine gleichmäßige Belastung zu gewährleisten. In vielen Fällen sind spezielle Hufbeschläge erforderlich, um das Hufbein zu stabilisieren und die Hufmechanik zu verbessern. Hier ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Tierarzt und Hufschmied wichtig.

5. Schmerzmanagement

Hufrehe ist schmerzhaft. Eine adäquate Schmerztherapie ist daher wichtig, um das Wohlbefinden des Pferdes zu gewährleisten. Der Tierarzt kann Schmerzmittel verschreiben. Kühlung der Hufe kann ebenfalls schmerzlindernd wirken. Hierbei sollte man jedoch beachten, dass Kühlen die Durchblutung reduziert und somit kontraproduktiv sein kann, wenn die Entzündung bereits chronisch ist.

6. Bewegung

In der akuten Phase der Hufrehe ist Ruhe wichtig. Sobald sich der Zustand des Pferdes verbessert, ist kontrollierte Bewegung jedoch wichtig, um die Durchblutung der Hufe zu fördern und die Heilung zu unterstützen. Ein kontrolliertes Schritttraining auf weichem Boden ist ideal. Vermeiden Sie abrupte Bewegungen und harte Böden.

Geduld ist gefragt

Hufrehe ist eine komplexe Erkrankung, deren Behandlung Zeit und Geduld erfordert. Es ist wichtig, eng mit Ihrem Tierarzt und Hufschmied zusammenzuarbeiten, um den bestmöglichen Behandlungsplan für Ihr Pferd zu entwickeln. Geben Sie nicht auf, auch wenn die Hufrehe nicht sofort besser wird. Mit der richtigen Therapie und viel Geduld können Sie Ihrem Pferd helfen, wieder schmerzfrei zu laufen und seine Lebensqualität zu verbessern.

Fazit

Wenn die Hufrehe nicht besser wird, ist es wichtig, die Ursachen zu erforschen und einen umfassenden Behandlungsplan zu erstellen. Die Behandlung der Grunderkrankung, eine angepasste Fütterung, optimale Hufpflege und Hufbeschlag, Schmerzmanagement und kontrollierte Bewegung sind wichtige Bestandteile der Therapie. Mit Geduld und der richtigen Unterstützung können Sie Ihrem Pferd helfen, die Hufrehe zu überwinden.

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