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Strongyliden beim Pferd: Erkennen, Behandeln und gezielt vorbeugen

Lukas Fuchs vor 4 Monaten Pferdegesundheit 3 Min. Lesezeit

Strongyliden gehören zu den häufigsten und zugleich folgenschwersten Darmparasiten beim Pferd. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie kleine und große Strongyliden erkennen, sichere Diagnose‑ und Behandlungsstrategien anwenden und durch simples Weidemanagement das Infektionsrisiko reduzieren können.

Was sind Strongyliden und warum sind sie wichtig?

Der Begriff „Strongyliden“ fasst eine Gruppe von Rundwürmern zusammen, die den Dickdarm von Pferden befallen. Man unterscheidet groeFe Strongyliden (z. B. Strongylus vulgaris) mit durchwandernder Larvenphase und kleine Strongyliden (Cyathostominae) – letztere sind heute die am häufigsten vorkommende und oft problematischere Gruppe. Beide können die Darmfunktion stf6ren, zu Koliken, Gewichtsverlust und bei starker Belastung sogar zu schweren Organsche4den ffchren.

Lebenszyklus knapp erkle4rt

  • Die Pferde nehmen auf Weidegras infektif6se Larven (L3) auf.
  • Im Darm entwickeln sich die Larven zu erwachsenen Wfcrmern, die Eier legen.
  • Eier werden mit dem Kot ausgeschieden, aus ihnen entwickeln sich Larven im Freien und reifen zu infektif6sen L3 heran.
  • Bei kleinen Strongyliden dringen Larven teils in die Darmwand ein und kf6nnen als encystierte Stadien fcberwintern; ein massives Reemergieren kann die sogenannte Larvalzyathostominosis auslf6sen.

Typische Symptome

  • Gewichtsverlust, schlechter Zustand
  • Leistungseinbruch und Mattigkeit
  • Bauchschmerzen bis Koliken
  • Durchfall, gelegentlich Blut im Kot
  • Bei großen Strongyliden: Thrombosen und Durchblutungsstf6rungen durch Wanderung der Larven (potenziell lebensgefe4hrlich)

Diagnose: Was bringt Gewissheit?

Eine genaue Diagnostik ist die Grundlage ffcr eine sinnvolle Entwurmungsstrategie:

  • Fe4kaluntersuchung (McMaster/Flotationsmethode): quantifiziert Eier pro Gramm Kot (EpG) und zeigt das Ausmaß der aktuellen Belastung.
  • Larvenkultur: wichtig, um zwischen kleinen und grodfen Strongyliden zu unterscheiden.
  • PCR/Serologie: in speziellen Fe4llen, z. B. zur Diagnose von Strongylus vulgaris, besonders bei Verdacht auf wandernde Larven.

He4ufig genutzte Schwellenwerte ffcr eine Behandlung liegen in der Praxis bei etwa 200 EpG (manche Leitlinien/Studien verwenden 250 EpG). Entscheidend ist jedoch die Kombination aus Klinik, Befund und tiere4rztlicher Beurteilung.

Behandlung: Medikamente und strategische Hinweise

Es gibt mehrere Wirkstoffklassen gegen Strongyliden:

  • Benzimidazole (z. B. Fenbendazol): früher sehr effektiv, inzwischen verbreitet Resistenzprobleme, vor allem bei kleinen Strongyliden.
  • Pyrantel: ebenfalls von Resistenzentwicklung betroffen.
  • Makrozyklische Lactone (Ivermectin, Moxidectin): breite Wirksamkeit, insbesondere Moxidectin wirkt auch gegen encystierte Larven (bei zugelassener Indikation), ist aber mit Vorsicht anzuwenden, um Resistenzdruck zu reduzieren.

Wichtig: Massives „Blanket‑Entwurmen“ aller Pferde kann kurzfristig Larven aus den Encystierungen synchronisieren und so eine Larvalzyathostominosis auslf6sen. Daher sollten Entwurmungsentscheidungen auf FEC, Risikobewertung und tiere4rztlichem Rat basieren. Regelme4dfige Wirksamkeitskontrollen (Fecal Egg Count Reduction Test, FECRT) sind empfohlen, um Resistenzen zu erkennen.

Moderne Entwurmungsstrategie: gezielt statt pauschal

  • FEC-Monitoring: mindestens 1–2 Mal pro Jahr, bei Neuzuge4ngen oder Verdacht he4ufiger.
  • Selektive Behandlung: nur Tiere fcber dem EpG-Schwellenwert behandeln.
  • Quarante4ne und Testung neuer Pferde vor Eingliederung in die Herde.
  • Kontrolle der Wirksamkeit nach Behandlung (FECRT) etwa 10–14 Tage nach Gabe, abhängig vom Wirkstoff.

Weidemanagement & Vorbeugung

Parasitenmanagement umfasst mehr als Medikamente:

  • Regelme4dfige Mistentfernung (idealerweise mehrmals pro Woche) reduziert infektif6sen Befall.
  • Weidewechsel, Teilung in Parzellen, Ruhezeiten ffcr Weiden verringern Larvenaufbau.
  • Begrenzung der Pferdedichte pro Hektar.
  • Gemischte Beweidung mit Rindern oder Schafen kann Larvenlast senken (keine Entwicklung auf Fremdwirten).
  • Saubere Tre4nken und Futterstellen; Vermeiden von Kot in Fressbereichen.

Wann zum Tierarzt?

  • Bei anhaltendem Gewichtsverlust, wiederkehrenden Koliken oder Blut im Kot sofort tiere4rztliche Abkle4rung.
  • Vor jeder Entwurmungsstrategie sollten Kotproben untersucht und ein Plan zusammen mit dem Tierarzt erstellt werden.

Weiterlesen und Quellen

Vertiefende Informationen bieten beispielsweise die ESCCAP‑Leitlinien zur Pferdeentwurmung sowie Fachartikel zu Epidemiologie und Resistenzlagen. Praxisnahe Hinweise finden Sie bei Tiergesundheitsherstellern und veterine4ren Praxen:

Fazit: Strongyliden sind allgegenwe4rtig, aber mit einer Kombination aus gezielter Diagnostik, kluger Entwurmung und effektivem Weidemanagement lassen sich Gesundheit und Leistungsfe4higkeit Ihrer Pferde langfristig sichern. Besprechen Sie das individuelle Programm und Verdachtsfe4lle immer mit Ihrem Tierarzt.

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