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Sichere Entwurmung tragender Stuten: Wann, wie und warum es wichtig ist

Lukas Fuchs vor 5 Monaten Fütterung & Pflege 3 Min. Lesezeit

Die Entwurmung tragender Stuten wirft viele Fragen auf: Welcher Zeitpunkt ist sicher für Mutter und Fohlen? Welche Wirkstoffe sind geeignet? In diesem Artikel erhalten Sie einen praxisorientierten Überblick mit aktuellen Empfehlungen und Maßnahmen für eine gesunde Zucht.

Warum die Entwurmung tragender Stuten wichtig ist

„tragende Stuten entwurmen" ist mehr als Routinepflege: Eine kontrollierte Entwurmung reduziert die Parasitenlast in der Stutenherde, schützt das Ungeborene indirekt (durch verringerte Kontamination der Weide) und beeinflusst die Erstinfektionsdosis des Fohlens. Starke Wurmbelastungen können bei Zuchtstuten zu schlechter Kondition, Koliken, verminderter Fruchtbarkeit oder sogar Resorptionen führen. Für das Neugeborene ist vor allem die Reduktion der Umweltbelastung in den ersten Lebenswochen entscheidend.

Grundprinzipien: Diagnostik statt Dauerbehandlung

Anstatt pauschal alle Stuten regelmäßig zu behandeln, empfiehlt sich ein evidenzorientiertes Vorgehen:

  • Fäkaler Eiweißnachweis (FEC): Kotuntersuchungen geben Aufschluss über die aktuelle Parasitenbelastung und helfen, gezielt zu behandeln.
  • Risk based treatment: Entwurmung nach Befund und Risiko (z. B. hohe Belegungsdichte, bekannter Befall im Bestand) senkt Resistenzdruck.
  • Rücksprache mit dem Tierarzt: Auswahl des Wirkstoffs und Zeitpunkt sollten tierärztlich abgestimmt werden.

Optimale Zeitpunkte für das Entwurmen tragender Stuten

Der richtige Zeitpunkt hängt von Trächtigkeitsstadium, Befund und Ziel (Schutz der Stute vs. Reduktion der Umweltkontamination) ab. Gängige Empfehlungen:

  • Während der frühen Trächtigkeit (erste 3–4 Monate): Entwurmungen sollten nur nach Tierarzt-Entscheid und bei nachgewiesenem Befall erfolgen — während der Organogenese des Fötus ist Zurückhaltung sinnvoll.
  • Späte Trächtigkeit (letzte 4–8 Wochen vor dem Abfohlen): Viele Fachquellen empfehlen eine Entwurmung 2–6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, um die Umweltbelastung bei Geburt zu reduzieren.
  • Bei Geburt/kurz danach: Manche Betriebe entwurmen die Stute am Tag der Geburt; andere bevorzugen 2–4 Wochen vorher. Beide Strategien zielen darauf ab, die Eier- und Larvenkonzentration in der Umgebung des Frischgeborenen zu minimieren.

Wirkstoffe und Sicherheit

Für tragende Stuten sind verschiedene Wirkstoffgruppen verfügbar (Makrozyklische Lactone wie ivermectin oder moxidectin, Benzimidazole, Pyrantel, Praziquantel). Wichtige Punkte:

  • Einige Präparate sind ausdrücklich für trächtige und laktierende Stuten zugelassen — prüfen Sie Zulassung und Herstellerinformationen.
  • Die Wahl des Wirkstoffs sollte auf dem Befund (z. B. Bandwürmer vs. Rundwürmer) und dem Resistenzgeschehen im Betrieb beruhen.
  • Vermeiden Sie Eigenexperimente mit unklaren Kombinationen oder für Pferde nicht zugelassenen Wirkstoffen — Tierarzt fragen.

Resistenzmanagement: Refugia und gezielte Strategien

Resistenzen gegen Anthelmintika sind ein wachsendes Problem. Maßnahmen zur Minimierung:

  • Gezielte Behandlung: Nur behandlungsbedürftige Tiere therapieren (FEC-basiert).
  • Arzneimittelwechsel: Rotieren Sie nicht blind zwischen Wirkstoffklassen; lassen Sie Wirksamkeitstests (FECRT) durchführen.
  • Refugia: Erhalten Sie eine Population empfindlicher Parasiten durch nicht behandelte Tiere oder Weidebereiche — das verzögert Resistenzentwicklung.

Foals schützen: Praktische Maßnahmen rund um die Geburt

Die erste Infektionsphase des Fohlens findet in der Regel über kontaminierte Weideflächen und Muttertierkontakt statt. Maßnahmen:

  • Entwurmungsplan der Stuten so abstimmen, dass die Umweltbelastung zum Zeitpunkt der Geburt möglichst gering ist (siehe oben).
  • Regelmäßige Kotuntersuchungen bei Stute und Fohlen; Foals frühzeitig kontrollieren.
  • Weidehygiene: Kot regelmäßig entfernen, Weidewechsel, Reduktion der Besatzdichte.

Praxisbeispiele für einen Entwurmungsplan

Ein mögliches, tierärztlich abgestimmtes Schema (als Orientierung):

  • Vor der Bedeckung: Kotprobe, ggf. Behandlung bei positivem Befund.
  • Während Trächtigkeit: Nur bei Bedarf und nach Tierarztbeurteilung entwurmen (keine routinemäßigen Behandlungen im 1. Trimester).
  • 2–6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin: gezielte Entwurmung zur Reduktion der Umweltkontamination.
  • Nach der Geburt: Kotuntersuchung der Stute und frühzeitige Kontrolle des Fohlens; weitere Maßnahmen je nach Befund.

Hygiene, Weidemanagement und Monitoring

Entwurmung allein reicht nicht. Ergänzende Maßnahmen senken das Infektionsdruck:

  • Regelmäßige Mistentfernung und begrenzte Weidezeit pro Tier.
  • Weidewechsel und Mischen von Altersgruppen vermeiden (Fohlen getrennt von stark kontaminierten Flächen halten).
  • Laufendes Monitoring durch Kotproben, FECRT und Dokumentation aller Behandlungen.

Fazit und Handlungsempfehlung

„tragende Stuten entwurmen" sollte individuell geplant und tierärztlich begleitet werden. Kernpunkte:

  • Führen Sie regelmäßige Kotuntersuchungen durch und behandeln Sie gezielt.
  • Planen Sie Entwurmungen so, dass die Umweltkontamination zur Geburt minimiert wird (typisch: 2–6 Wochen vor dem Abfohlen).
  • Wählen Sie zulässige Präparate und berücksichtigen Sie Resistenzrisiken.
  • Ergänzen Sie Medikamentengaben mit konsequentem Weidemanagement.

Besprechen Sie Ihren konkreten Entwurmungsplan mit dem Tierarzt oder der Pferdeklinik. Nützliche weiterführende Informationen finden Sie z. B. bei MSD Tiergesundheit (msd-tiergesundheit.de), Equimed (equimed.ch) oder spezialisierten Kotlaboren und Beratungsseiten zu Pferdeentwurmung.

Bei Fragen zu Ihrem Bestand oder wenn Sie eine Empfehlung für Wirkstoffwahl und Zeitpunkt wünschen, kann ich helfen, einen Fragenkatalog für den Tierarztbesuch oder ein Muster für einen betriebsspezifischen Entwurmungsplan zu erstellen.

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