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Überbeine beim Pferd behandeln: Ursachen, Diagnose und effektive Behandlungsansätze

Lukas Fuchs vor 2 Wochen Haustiere & Tierhaltung 3 Min. Lesezeit

Überbeine beim Pferd sind mehr als nur Schönheitsfehler. Sie können Lahmheit und Leistungsminderung verursachen. Doch was genau sind Überbeine, wie entstehen sie und was kannst du tun, um deinem Pferd zu helfen? Dieser Artikel liefert dir alle wichtigen Informationen – von der Ursachenforschung bis zu den neuesten Behandlungsmethoden.

Was sind Überbeine beim Pferd?

Überbeine sind knöcherne Zubildungen, die sich meist an den Röhrbeinen des Pferdes bilden. Sie entstehen durch eine Reizung der Knochenhaut (Periost) und führen zu einer vermehrten Knochenbildung. Im Grunde ist es eine Art „Narbenbildung“ am Knochen.

Ursachen von Überbeinen

Die Ursachen für Überbeine sind vielfältig:

  • Trauma: Tritte, Stöße oder Streifen sind häufige Auslöser.
  • Fehlstellungen: X-Beine oder O-Beine können zu einer ungleichmäßigen Belastung der Beine führen und so Überbeine begünstigen.
  • Überlastung: Intensive Trainingsbelastung, besonders bei jungen Pferden, kann die Knochenhaut reizen.
  • Schlechte Hufpflege: Eine unkorrekte Hufbearbeitung kann ebenfalls zu Fehlbelastungen und somit zu Überbeinen führen.
  • Genetische Veranlagung: Manche Pferde sind aufgrund ihrer Konstitution anfälliger für Überbeine.

Symptome: Wie erkennst du Überbeine?

Die Symptome können variieren, je nachdem, wie akut die Entzündung ist und wo sich das Überbein befindet:

  • Schwellung: Im Bereich des Überbeins ist oft eine Schwellung tastbar.
  • Wärme: Die Stelle kann sich warm anfühlen, besonders bei einer akuten Entzündung.
  • Schmerzempfindlichkeit: Das Pferd reagiert empfindlich auf Druck.
  • Lahmheit: Je nach Lage und Größe des Überbeins kann es zu Lahmheit kommen.
  • Sichtbare Knochenzubildung: Nach Abklingen der Entzündung bleibt oft eine sichtbare und tastbare Verhärtung zurück.

Diagnose: Was tun bei Verdacht auf Überbein?

Bei Verdacht auf ein Überbein solltest du unbedingt einen Tierarzt hinzuziehen. Dieser kann folgende Untersuchungen durchführen:

  • Klinische Untersuchung: Der Tierarzt wird das Bein abtasten und auf Schwellungen, Wärme und Schmerzempfindlichkeit prüfen.
  • Röntgen: Eine Röntgenaufnahme zeigt das Ausmaß der Knochenzubildung und kann andere Ursachen, wie z.B. einen Griffelbeinbruch, ausschließen.
  • Ultraschall: Eine Ultraschalluntersuchung kann helfen, Weichteilverletzungen (z.B. an Sehnen oder Bändern) zu erkennen, die möglicherweise mit dem Überbein in Verbindung stehen.

Überbeine behandeln: Verschiedene Therapieansätze

Die Behandlung von Überbeinen richtet sich nach der Ursache, dem Stadium der Entzündung und der Lage des Überbeins.

Akute Entzündung

Im akuten Stadium stehen folgende Maßnahmen im Vordergrund:

  • Ruhe: Das Pferd sollte geschont werden, um die Entzündung nicht weiter zu reizen.
  • Kühlung: Regelmäßiges Kühlen mit kaltem Wasser oder Kühlpacks kann die Schwellung reduzieren und Schmerzen lindern.
  • Entzündungshemmende Medikamente: Tierärzte verschreiben häufig entzündungshemmende Medikamente (z.B. Phenylbutazon), um die Entzündung zu bekämpfen.
  • Angussverband: Ein Angussverband kann helfen, die Schwellung zu reduzieren.

Chronische Überbeine

Sind die Überbeine chronisch und nicht mehr entzündet, kommen andere Behandlungsansätze in Frage:

  • Salben: Es gibt verschiedene Salben (z.B. mit Arnika oder Beinwell), die die Durchblutung fördern und die Heilung unterstützen können. Kytta-Salbe wird von Pferdebesitzern auch oft genannt.
  • Blutegeltherapie: Blutegel können helfen, die Durchblutung zu verbessern und Entzündungen zu reduzieren.
  • Physiotherapie: Physiotherapeutische Behandlungen können helfen, Verspannungen zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Stosswellentherapie: Die Stosswellentherapie kann die Knochenheilung anregen und Schmerzen lindern.
  • Operation: In seltenen Fällen, wenn das Überbein sehr groß ist und die Beweglichkeit des Pferdes stark einschränkt, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden.

Fütterung bei Überbeinen

Eine ausgewogene Fütterung ist wichtig für die Knochengesundheit. Achte auf eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen wie Kalzium, Phosphor und Magnesium. Auch Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Mangan spielen eine wichtige Rolle.

Kann man Überbeinen vorbeugen?

Ja, es gibt einige Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um das Risiko von Überbeinen zu reduzieren:

  • Korrekte Hufpflege: Achte auf eine regelmäßige und fachgerechte Hufbearbeitung.
  • Angemessenes Training: Überlaste dein Pferd nicht, besonders nicht in jungen Jahren. Steigere die Trainingsintensität langsam.
  • Beinschutz: Verwende beim Reiten und Longieren Beinschutz, um Verletzungen vorzubeugen.
  • Boxenpflege: Achte auf eine saubere und trockene Box, um das Risiko von Hufproblemen zu minimieren.
  • Regelmäßige Kontrolle: Untersuche die Beine deines Pferdes regelmäßig auf Schwellungen oder andere Auffälligkeiten.

Fazit

Überbeine beim Pferd sind ein häufiges Problem, das jedoch oft gut behandelt werden kann. Wichtig ist eine frühzeitige Diagnose und eine konsequente Therapie. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du deinem Pferd helfen, schmerzfrei zu leben und seine Leistung zu erhalten.

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