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Milben auf der Kopfhaut: Können sie Haarausfall verursachen – Ursachen, Erkennen, Behandlung

Lukas Fuchs vor 1 Woche Parasitenbekämpfung und Hautpflege 3 Min. Lesezeit

Milben auf der Kopfhaut sind häufiger, als viele denken. Dieser Artikel erklärt, welche Milben relevant sind, wie sie Haarausfall auslösen können, wie Sie Symptome erkennen und welche Behandlungs‑ und Pflegeoptionen es gibt.

Milben auf der Kopfhaut (vor allem Demodex-Arten) sind normale Bewohner der Haut. Bei einem Ungleichgewicht können sie jedoch Juckreiz, Entzündungen, Schuppenbildungen und in manchen Fällen Haarausfall begünstigen. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, wie Milben, Kopfhaut und Haarausfall zusammenhängen, wie eine sichere Diagnose gestellt wird und welche Therapien wissenschaftlich unterstützt sind.

Welche Milben kommen auf der Kopfhaut vor?

  • Demodex folliculorum und Demodex brevis: Haarbalgmilben, leben in Haarfollikeln und Talgdrüsen; werden mit bloßem Auge nicht gesehen.
  • Sarcoptes scabiei (Krätzmilbe): verursacht Krätze – seltener primär die behaarte Kopfhaut bei Erwachsenen, häufiger Kinder.
  • Andere Milbenarten und sekundäre Parasiten sind möglich, aber für die meisten Kopfhauterkrankungen sind Demodex‑Arten relevant.

Wie können Milben Haarausfall verursachen?

Milben selbst fressen keine Haare, aber sie können über mehrere Mechanismen indirekt Haarausfall fördern:

  • Entzündungsreaktion: Die Anwesenheit großer Milbenzahlen oder ihrer Abbauprodukte kann eine lokale Entzündung der Haarfollikel (folliculitis) auslösen. Chronische Entzündung schädigt Haarzwiebeln und kann zu vermehrtem Haarausfall führen.
  • Verstopfung der Follikel: Talg, Milbenreste und Schuppen können Follikel verstopfen und das Haarwachstum behindern.
  • Sekundäre Infektionen: Durch Kratzen oder kleine Verletzungen können Bakterien eindringen und eine Infektion verstärken, die Follikel schädigt.
  • Begleitende Hauterkrankungen: Demodex wird mit Rosazea, seborrhoischer Dermatitis und Blepharitis assoziiert — Zustände, die selbst zu Haarverlust beitragen können.

Typische Symptome: Wann an Milben denken?

  • Starker Juckreiz der Kopfhaut, besonders nachts
  • Rötung, punktförmige Entzündungen oder kleine Pusteln
  • Schuppige, fettige oder krustige Stellen
  • Vermehrter Haarausfall oder dünner werdendes Haar in betroffenen Bereichen
  • Kein typischer Haarausfall‑Verlauf (z. B. nicht nur an Stirn- und Tonsurenfalten wie bei androgenetischer Alopezie)

Wichtig: Viele dieser Symptome treten auch bei häufigen Erkrankungen wie seborrhoischer Dermatitis, Pilzinfektionen (Tinea capitis) oder Alopecia areata auf. Eine genaue Abklärung ist deshalb notwendig.

Diagnose: So wird geprüft, ob Milben schuld sind

  • Dermatologische Untersuchung: Anamnese und Sichtbefund durch einen Hautarzt.
  • Mikroskopische Untersuchung: Hautabschabsel oder Ausdrücken von Follikelinhalt und Mikroskopie zum Nachweis von Demodex‑Milben.
  • Trichoskopie (Dermatoskopie der Kopfhaut): Sichtbare Hinweise auf Entzündung, Haarfollikelveränderungen und Schuppen.
  • Kultur/Abstrich: Bei Verdacht auf bakterielle oder Pilz‑Infektion zusätzlich sinnvoll.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie hängt vom Befund ab — mildere Fälle benötigen oft lokale Maßnahmen, bei stärkerem Befall kommen medizinische Präparate zum Einsatz.

Medizinische Behandlungen

  • Topische Akarizide / Antiparasitika: Ivermectin‑Creme (1 %; z. B. Soolantra) und Permethrin können gegen Demodex wirksam sein. Anwendung und Dauer nach ärztlicher Anweisung.
  • Topische Antibiotika/Metronidazol: Bei entzündlicher Komponente (z. B. bei Rosazea‑Assoziation) werden manchmal Metronidazol‑Zubereitungen empfohlen.
  • Orale Therapie: In schweren oder ausgedehnten Fällen ggf. orale Ivermectin‑Gabe unter ärztlicher Kontrolle.

Pflege und unterstützende Maßnahmen

  • Anti‑seborrhoische Shampoos (z. B. mit Ketoconazol, Zinkpyrithion) zur Reduktion des Talgs.
  • Shampoos mit Tea‑Tree‑Öl (Terpinen‑4‑ol) können die Milbenlast reduzieren — auf Verträglichkeit achten und nicht unverdünnt anwenden.
  • Gute Kopfhaut‑Hygiene: regelmäßig handtuch‑, kamm‑ und bürstenreinigung, Bettwäsche heiß waschen (mind. 60 °C).
  • Fettende Haarprodukte reduzieren, da sie ein Milben‑günstiges Milieu fördern können.

Spezielle Hinweise zu Hausmitteln und Produkten

Hausmittel wie Teebaumöl zeigen in Studien eine milde Wirkung gegen Demodex, sind aber nicht immer ausreichend. Aggressive Selbstbehandlungen (z. B. hochkonzentrierte ätherische Öle, unkontrollierte Kombinationen) können die Kopfhaut schädigen und sollten vermieden werden. Bei Unsicherheit Rücksprache mit dem Dermatologen halten.

Wie groß ist das Risiko, dass Milben wirklich Haarausfall verursachen?

Demodex‑Milben sind bei vielen Menschen harmlos. Nur bei Überwucherung oder begünstigenden Faktoren (gestörte Hautbarriere, Immunsuppression, hormonelle Bedingungen) kann eine problematische Entzündungsreaktion entstehen, die Haarausfall fördert. In der Praxis ist Milben‑bedingter Haarausfall seltener als die häufigeren Ursachen wie androgenetische Alopezie, telogenes Effluvium oder Autoimmunerkrankungen.

Wann zum Arzt?

  • Wenn starker Juckreiz, sichtbare Entzündung oder vermehrter Haarausfall auftreten
  • Wenn Hausmittel nach einigen Wochen keine Besserung bringen
  • Bei Ausbreitung, nässenden Stellen oder Anzeichen einer Sekundärinfektion

Weiterführende Links und Quellen

Fazit

Milben auf der Kopfhaut (insbesondere Demodex) können unter bestimmten Bedingungen zu Entzündungen und dadurch auch indirekt zu Haarausfall beitragen. Häufig sind jedoch andere Ursachen wahrscheinlicher. Eine exakte Diagnose durch einen Dermatologen ist der beste Weg, um gezielt zu behandeln. Eigenbehandlungen mit milden anti‑seborrhoischen Shampoos und tea‑tree‑haltigen Produkten können unterstützen, sollten aber nicht die fachärztliche Abklärung ersetzen.

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