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Steinmarder-Gebiss: Aufbau, Funktion und Erkennungsmerkmale des Raubtiergebisses

Lukas Fuchs vor 1 Monat Anatomie und Physiologie 3 Min. Lesezeit

Das Gebiss des Steinmarders verrät viel über Ernährung, Lebensweise und Artzugehörigkeit. Dieser Artikel erklärt Aufbau, Zahnzahl, besondere Merkmale wie die Schneide- und Reißzähne sowie praktische Hinweise zur Bestimmung und Altersabschätzung.

Das Thema „steinmarder gebiss“ ist für Jäger, Biologen, Schädel- und Naturinteressierte gleichermaßen spannend. Der Steinmarder (Martes foina) ist ein kleines Raubtier mit einem für Carnivoren typischen Gebiss, das sowohl dem Ergreifen von Beute als auch dem Zerkleinern von pflanzlicher Nahrung dient. Im Folgenden werden Aufbau, Funktion und erkennbare Merkmale des Gebisses übersichtlich dargestellt.

1. Allgemeiner Aufbau und Zahnformel

Beim Steinmarder findet man typischerweise 38 Zähne. Die gebräuchliche Zahnformel lautet:

  • Incisivi (Schneidezähne): 3/3
  • Canini (Eckzähne): 1/1
  • Prämolaren (Vormahlzähne): 4/4
  • Molaren (Mahlzähne): 1/2

Das ergibt in der Summe (9 obere + 10 untere Zähne pro Seite) 19 Zähne pro Kieferhälfte und insgesamt 38 Zähne. Diese Anordnung ist typisch für viele Marderartige (Mustelidae) und erklärt die Kombination aus schneidenden und mahlenden Funktionen.

2. Wichtige Zahntypen und ihre Funktion

  • Schneidezähne (Incisivi): Klein, eng gestellt; dienen der Fellpflege, dem Abnagen von Fleisch und dem Abrupfen von Futterstücken.
  • Eckzähne (Canini): Längere, kegelige Zähne zum Greifen, Festhalten und Durchbohren der Beute. Besonders auffällig bei Raubtieren.
  • Prämolaren: Variieren in Form und Größe; die hinteren Prämolaren können scharf ausgebildet sein und dienen dem Zerteilen.
  • Carnassialpaar (oberer P4 / unterer M1): Wichtigstes Schneidewerkzeug für Fleisch: Oberer vierter Prämolar und unterer erster Molar bilden die Reißzahn-Schere (Carnassial), die Fleischfasern effizient abschert.
  • Molaren: Bei Steinmardern reduziert, sie dienen vor allem dem Zermahlen pflanzlicher Bestandteile, wenn solche zu Nahrung gehören.

3. Wie das Gebiss auf Lebensweise und Ernährung hinweist

Das Gebiss des Steinmarders ist typisch für einen opportunistischen Fleischfresser und Allesfresser. Die ausgeprägten Canini und das Carnassialpaar zeigen die Anpassung an Tierbeute (Vögel, kleine Säuger, Insekten), während die molaren Flächen darauf hinweisen, dass auch pflanzliche Kost (Beeren, Früchte) und weichere Nahrung verarbeitet werden können.

4. Unterschiede zu verwandten Arten (z. B. Baummarder)

Oberflächlich ähneln sich Steinmarder- und Baummarder-Gebiss sehr. Unterschiede sind oft klein und erfordern Vergleichsmessungen:

  • Schädellänge: Beim Steinmarder wird in Präparaten oft eine Schädellänge um 8,6 cm angegeben (siehe tierschaedel.de).
  • Form der Prämolaren und Größe der Canini können leicht variieren; diese Unterschiede sind für Laien schwer zu erkennen, bei genauer Vermessung aber aussagekräftig.
  • Andere Merkmale (Fell, Sohlung der Pfoten, Körperbau) helfen zusätzlich zur sicheren Unterscheidung.

5. Gebissuntersuchung und Altersbestimmung

Die Altersbestimmung über Zähne ist bei Steinmardern eingeschränkt:

  • Bei Jungtieren lässt sich das Alter gut durch Zahndurchbruch und Wechsel von Milch- zu bleibenden Zähnen schätzen.
  • Bei älteren Tieren kann Zahnverschleiß (Abrieb, Absplitterungen) Hinweise auf das Alter geben, ist aber stark von Ernährung und natürlicher Abnutzung abhängig und daher ungenau.

Für Jäger und Präparatoren gibt es in jagdlichen Lehrmaterialien weiterführende Tabellen zur Zahnentwicklung und -abnutzung (siehe z. B. Lehrmaterialien unter Waidwissen).

6. Sichtbare Schäden und Pathologien

Zähne können Risse, Abrieb, Parodontitis oder Zahnverlust zeigen. Solche Befunde geben Auskunft über die Lebensbedingungen (z. B. Ernährung, Kämpfe) und den Gesundheitszustand. Präparate mit intaktem Gebiss sind wertvoll für Forschung und Sammlungen; viele Anbieter verkaufen Schädeldarstellungen mit vollständig erhaltenem Gebiss (Beispiel: tierschaedel.de).

7. Praktische Hinweise für Bestimmung und Präparation

  • Beim Vergleich von Schädeln auf Zahnanzahl achten: Fehlende Zähne können durch postmortale Verluste oder Pathologie verursacht sein.
  • Zur Reinigung von Schädeln eignen sich dermale Mazeration, Dermestidae-Käfer oder kontrollierte Aufbereitung durch Einweichen; bei Unsicherheit Präparatoren konsultieren.
  • Für Bestimmungszwecke lohnt sich das Fotografieren des Ober- und Unterkiefers aus mehreren Blickwinkeln, damit Carnassialform und Prämolaren sichtbar sind.

8. Häufige Fragen (FAQ)

Wie viele Zähne hat ein Steinmarder?

In der Regel 38 Zähne (Zahnformel I3/3 C1/1 P4/4 M1/2).

Woran erkennt man das Carnassialpaar?

Es besteht aus dem oberen vierten Prämolaren (P4) und dem unteren ersten Molar (M1) — auffällig scharf und scherenartig zum Zerteilen von Fleisch.

Unterscheidet sich das Gebiss eines männlichen und weiblichen Steinmarders?

Sexuelle Dimorphie im Gebiss ist gering; Unterschiede zeigen sich eher in der Gesamtgröße des Schädels als in der Zahnstruktur.

9. Weiterführende Quellen

Details und weiterführende Informationen finden Sie unter anderem bei folgenden Ressourcen:

Fazit: Das steinmarder gebiss zeigt die Anpassung an eine vielseitige, opportunistische Lebensweise: kräftige Canini und schneidende Carnassials für Tierbeute kombiniert mit molaren Flächen zur Verarbeitung pflanzlicher Nahrung. Für eindeutige Artunterscheidungen und Altersbestimmungen sind genaue Messungen und ergänzende Merkmale notwendig.

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