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Lungenwurm beim Pferd: Symptome erkennen, richtig handeln und vorbeugen

Lukas Fuchs vor 4 Monaten Pferdegesundheit 3 Min. Lesezeit

Lungenwurm beim Pferd ist zwar seltener als andere Wurminfektionen, kann aber zu hartnäckigem Husten und Atembeschwerden führen. Dieser Artikel erklärt typische Symptome, Diagnostik, Behandlung und vorbeugende Maßnahmen — verständlich und praxisnah.

Was ist der Lungenwurm beim Pferd?

Mit „Lungenwurm“ ist in der Pferdemedizin meist der Parasitenbefall durch Dictyocaulus arnfieldi gemeint. Der Erreger kommt vor allem bei Eseln häufig vor; Pferde können sich beim gemeinsamen Weidegang anstecken. Bei Pferden verläuft die Infektion oft milde oder sogar ohne sichtbare Zeichen, kann aber auch zu chronischem Husten und einer bronchialen Reaktion führen.

Typische Symptome: Woran erkenne ich einen Lungenwurm beim Pferd?

Die Symptome sind nicht immer eindeutig und überschneiden sich mit anderen Atemwegserkrankungen. Wichtige Hinweise sind:

  • Anhaltender Husten: trockener oder feuchter Husten, besonders nach Belastung oder morgens.
  • vermehrte Schleimproduktion: Nasenausfluss mit zähem oder klaren Schleim.
  • Atembeschwerden: erhöhte Atemfrequenz (Tachypnoe), hörbares Atemgeräusch, Leistungseinbußen beim Reiten.
  • verminderte Kondition: weniger Ausdauer, schnellere Erschöpfung.
  • gelegentlich Fieber: eher selten; wenn vorhanden, spricht das für eine zusätzliche bakterielle Infektion.
  • Unspezifische Zeichen: Nasenlochverschleimung, vermehrtes Niesen, bei starkem Befall auch schwerere Atemnot.

Wichtig: Viele Pferde zeigen gar keine Symptome. Deshalb kann eine Infektion unbemerkt bleiben, aber bei Belastung oder zusätzlicher Atemwegsbelastung dennoch Probleme machen.

Warum unterscheiden sich Pferde und Esel?

Esel sind typische Endwirte von Dictyocaulus arnfieldi und tragen oft hohe Wurmlasten ohne schwere Krankheitssymptome. Pferde reagieren empfindlicher: schon kleine Infektionszahlen können bei ihnen eine bronchiale Entzündung auslösen. Deshalb ist gemeinsame Weide mit Eseln ein bekannter Risikofaktor.

Wie verläuft der Lebenszyklus und wie steckt mein Pferd sich an?

Die Larven werden mit Kot auf die Weide abgegeben. Beim Grasen nimmt das Pferd die infektiösen Larven auf. Die Larven wandern durch den Körper, erreichen die Lunge, entwickeln sich dort zu erwachsenen Würmern und produzieren neue Larven. Der Zyklus erklärt, warum Stallhygiene und Weidemanagement wichtig sind.

Diagnose: Welche Untersuchungen bringt Klarheit?

Da die Symptome unspezifisch sind, kombiniert der Tierarzt mehrere diagnostische Schritte:

  • Kotuntersuchung (Baermann-Methode): zum Nachweis von Lungenwurmlarven. Bei Pferden kann der Befund jedoch negativ sein, selbst wenn die Lunge betroffen ist.
  • Blutbild: oft sichtbare Eosinophilie (erhöhte eosinophile Granulozyten) bei parasitärer Reaktion.
  • Hustenanamnese und klinische Untersuchung: Auskultation, Atemfrequenz, Belastungstest.
  • Bronchoalveoläre Lavage (BAL): Untersuchung der unteren Atemwege auf Zellen und Erreger; hilfreich zur Unterscheidung von anderen Lungenerkrankungen.
  • Röntgenuntersuchung oder Ultraschall: zur Abklärung von Lungenveränderungen bei schweren oder chronischen Fällen.
  • Therapeutischer Versuch: Bessert sich das Pferd nach geeigneter Entwurmung, ist das ein Hinweis auf Lungenwurmbefall.

Behandlung: Medikamente und Nachsorge

Die Wahl des Mittels und die Dosierung sollte der Tierarzt festlegen. Bewährte Wirkstoffe sind:

  • Macrocyclic Lactones (z. B. Ivermectin, Moxidectin) – sehr wirksam gegen Lungenwürmer.
  • Benzimidazole (z. B. Fenbendazol) – kann ebenfalls wirksam sein, abhängig von Produkt und Befall.

Bei stark entzündlichen Reaktionen kann zusätzlich eine supportive Therapie nötig sein (z. B. entzündungshemmende Medikamente, schleimlösende Maßnahmen, bei bakterieller Superinfektion Antibiotikagabe nach tierärztlicher Indikation). Nach der Behandlung sind Kontrolluntersuchungen sinnvoll: erneute Kotuntersuchung / klinische Kontrolle, um Sicherung der Heilung zu bestätigen.

Vorbeugung: So reduzieren Sie das Risiko

  • Keine gemeinsame Beweidung mit Eseln: vermeidet die häufigste Infektionsquelle.
  • Weidemanagement: regelmäßiges Auflesen von Kot, Kurzauhaltung von Flächen, Rotationsweide zur Unterbrechung des Zyklus.
  • Quarantäne und Kotkontrolle: neue Tiere und besonders Esel zunächst getrennt halten und Kot untersuchen.
  • Gezielte Entwurmung: nach tierärztlicher Empfehlung und Befundlage; keine Routinetherapie ohne Diagnose.
  • Regelmäßige Kotuntersuchungen: z. B. einmal jährlich oder bei Anzeichen von Atemwegsproblemen.

Wann muss ich den Tierarzt rufen?

Rufen Sie Ihren Tierarzt, wenn Ihr Pferd anhaltend hustet, bei Leistungseinbußen, zunehmender Atemfrequenz, sichtbarem Nasenausfluss oder wenn mehrere Pferde auf einer Weide ähnliche Symptome zeigen. Frühzeitige Abklärung verhindert chronische Schäden und ermöglicht gezielte Therapie.

Weiterführende Informationen und Quellen

Vertiefende Infos und praxisnahe Hinweise finden Sie bei Fachstellen wie ESCCAP oder veterinärmedizinischen Praxen (z. B. Tierärztliche Praxis Dr. Gerdemann). Für Labordiagnostik und genaue Therapieempfehlungen kontaktieren Sie immer Ihren betreuenden Tierarzt.

Fazit

Der Lungenwurm kann beim Pferd von harmlos bis behandlungsbedürftig verlaufen. Die wichtigsten Symptome sind anhaltender Husten, vermehrte Schleimproduktion und Leistungseinbußen. Da die Befunde unspezifisch sein können, ist eine tierärztliche Abklärung mit Kotuntersuchung und ggf. weiterführenden Untersuchungen sinnvoll. Prävention durch gutes Weidemanagement, Vorsicht bei Esel-Beweidung und gezielte Entwurmung reduziert das Risiko deutlich.

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