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Blutegel beim Pferd: Natürliche Therapie für Lahmheit & Co.

Lukas Fuchs vor 3 Monaten 3 Min. Lesezeit

Lahmt Ihr Pferd? Schwellungen und Entzündungen plagen es? Die Blutegeltherapie könnte die sanfte Lösung sein, die Ihrem Vierbeiner hilft. Erfahren Sie hier alles über die Anwendung, Wirkung und Vorteile von Blutegeln beim Pferd.

Blutegel beim Pferd: Natürliche Therapie für Lahmheit & Co.

Die Blutegeltherapie ist eine seit Jahrhunderten bewährte Methode, um verschiedene Beschwerden auf natürliche Weise zu behandeln. Auch bei Pferden findet sie immer häufiger Anwendung. Doch was genau bewirken Blutegel beim Pferd, wann ist diese Therapieform sinnvoll und was gilt es zu beachten?

Was sind Blutegel und wie wirken sie?

Der medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis oder Hirudo verbana) ist ein Ringelwurm, der sich von Blut ernährt. Während des Saugvorgangs gibt er verschiedene Substanzen in die Bissstelle ab, die eine positive Wirkung auf den Organismus haben:

  • Hirudin: Wirkt blutverdünnend und beugt der Bildung von Blutgerinnseln vor.
  • Calin: Hemmt ebenfalls die Blutgerinnung und sorgt für ein längeres Nachbluten, wodurch die Wunde gereinigt wird.
  • Hyaluronidase: Erhöht die Durchlässigkeit des Gewebes, sodass die anderen Wirkstoffe besser eindringen können.
  • Eglin C: Wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd.
  • Bradykinin-Inhibitoren: Reduzieren Schmerzen und Entzündungen.

Diese Wirkstoffe sorgen für eine verbesserte Durchblutung, lösen Verspannungen und fördern die Heilungsprozesse im Gewebe.

Wann ist die Blutegeltherapie beim Pferd sinnvoll?

Die Blutegeltherapie kann bei einer Vielzahl von Beschwerden beim Pferd eingesetzt werden, darunter:

  • Arthrose: Linderung von Schmerzen und Verbesserung der Beweglichkeit.
  • Hufrehe: Entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Wirkung.
  • Sehnen- und Bänderverletzungen: Beschleunigung der Heilungsprozesse.
  • Ekzeme: Linderung von Juckreiz und Entzündungen.
  • Spat: Reduzierung von Schmerzen und Verbesserung der Gelenkfunktion.
  • Mauke: Förderung der Wundheilung und Reduzierung von Entzündungen.
  • Entstauungstherapie: Bei angelaufenen Beinen oder Lymphstauungen

Auch bei chronischen Schmerzen, schlecht heilenden Wunden und Narbengewebe kann die Blutegeltherapie eine sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Behandlung sein.

Wie läuft eine Blutegelbehandlung ab?

Vor der Behandlung sollte die Haut des Pferdes an der entsprechenden Stelle gründlich gereinigt werden. Wichtig ist, dass die Haut mindestens drei Tage vor der Behandlung nicht mit Salben, Lotionen oder anderen Substanzen behandelt wurde, da dies die Bissfreudigkeit der Egel beeinträchtigen kann.

Der Tierarzt oder Tierheilpraktiker setzt die Blutegel dann an den zuvor festgelegten Stellen an. Die Egel saugen sich fest und geben ihre Wirkstoffe ab. Der Saugvorgang dauert in der Regel zwischen 30 und 90 Minuten. Sobald die Egel satt sind, fallen sie von selbst ab. Die Bissstelle blutet danach noch einige Stunden nach, was erwünscht ist, da dadurch weitere Stoffwechselprodukte abtransportiert werden.

Was ist nach der Behandlung zu beachten?

Nach der Behandlung sollte die Bissstelle sauber gehalten und vor Verschmutzung geschützt werden. Ein leichter Verband kann sinnvoll sein, um die Wunde zu schützen und das Nachbluten aufzufangen. Es ist wichtig, das Pferd in den ersten Tagen nach der Behandlung zu schonen und keine schweren körperlichen Anstrengungen zuzumuten.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Blutegeltherapie ist in der Regel eine sehr sichere Behandlungsmethode. In seltenen Fällen kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Infektionen: Durch das Einbringen von Bakterien in die Bissstelle kann es zu lokalen Infektionen kommen.
  • Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen können Pferde allergisch auf die Speichelsekrete der Blutegel reagieren.
  • Stärkere Nachblutungen: Bei manchen Pferden kann es zu stärkeren Nachblutungen kommen, die jedoch in der Regel von selbst zum Stillstand kommen.
  • Narbenbildung: In seltenen Fällen kann es an der Bissstelle zu Narbenbildung kommen.

Um Risiken zu minimieren, sollte die Behandlung nur von erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden, die auf die Anwendung von Blutegeln bei Pferden spezialisiert sind. Auch ist es wichtig, dass nur speziell gezüchtete, sterile medizinische Blutegel verwendet werden, da diese als Fertigarzneimittel gelten.

Fazit

Die Blutegeltherapie ist eine sanfte und natürliche Alternative oder Ergänzung zur konventionellen Behandlung verschiedener Beschwerden beim Pferd. Durch die Wirkstoffe im Speichel der Egel können Schmerzen gelindert, Entzündungen reduziert und Heilungsprozesse gefördert werden. Wenn Sie überlegen, Ihr Pferd mit Blutegeln behandeln zu lassen, sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt oder Tierheilpraktiker, um zu klären, ob diese Therapieform in Ihrem Fall sinnvoll ist.

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