Wie groß wird die Kanalratte? Körpergröße, Gewicht und Unterschiede einfach erklärt
Viele Menschen begegnen dem Begriff „Kanalratte“ – doch wie groß sind diese Tiere wirklich? In diesem Beitrag erfahren Sie präzise Angaben zur Körper- und Schwanzlänge, zum Gewicht, zu Unterschieden gegenüber anderen Rattenarten und was die Größe für Schädlingsbekämpfung und Gesundheit bedeutet.
Der Alltagsslang nennt die Wanderratte oft „Kanalratte“, weil sie häufig in Abwasserkanälen und Kellern vorkommt. Die Frage nach der "Kanalratte Größe" ist wichtig für Bestimmung, Gefahreneinschätzung und Bekämpfungsmaßnahmen. Nachfolgend finden Sie einen kompakten, praxisorientierten Überblick.
Welche Art ist die „Kanalratte“?
Mit „Kanalratte“ ist meist die Wanderratte gemeint (wissenschaftlich Rattus norvegicus). Sie unterscheidet sich von der Haus- oder Dachratte (Rattus rattus) vor allem durch Körperbau und Größe. Weiterführende Informationen zur Art finden Sie z. B. bei Anticimex: Anticimex – Rattenarten und in der deutschen Wikipedia: Wanderratte (Wikipedia).
Typische Maße der Wanderratte (Kanalratte)
- Körperlänge (Kopf-Rumpf): etwa 18–28 cm.
- Schwanzlänge: meist 15–22 cm (bei Wanderratten kürzer als der Körper).
- Gesamtlänge (inkl. Schwanz): in der Regel 33–45 cm; sehr große Exemplare können bis ca. 40–50 cm erreichen, sind aber selten.
- Gewicht: typischerweise 150–500 g, abhängig von Alter, Geschlecht und Nahrungsangebot.
Diese Werte sind Durchschnittswerte; lokale Populationen können je nach Nahrungsangebot und Lebensraum etwas kleiner oder größer ausfallen.
Unterschied zur Hausratte (Dachratte)
Die Hausratte (Rattus rattus) wird oft mit der Kanalratte verwechselt, unterscheidet sich aber:
- Größe: Körperlänge meist 16–22 cm, Schwanz oft länger als der Körper (20–25 cm).
- Gewicht: leichter, meist 75–300 g.
- Körperbau: schlanker, größere Ohren und längerer Schwanz im Verhältnis zum Körper.
Wenn Sie die genaue Art bestimmen wollen, hilft ein Blick auf Schwanz-zu-Körper-Verhältnis, Ohrgröße und Körperproportionen.
Wachstum: Wie schnell werden Kanalratten groß?
- Junge Ratten entwickeln sich schnell: Schon nach wenigen Wochen sind sie deutlich gewachsen.
- Geschlechtsreife tritt meist mit 2–5 Monaten ein, dann erreichen Tiere in kürzerer Zeit nahe an die ausgewachsene Größe.
- Optimale Ernährung (z. B. viel menschliche Abfälle) kann zu besonders großen Exemplaren führen.
Mythen: Können Kanalratten „Riesen“-Größen erreichen?
Medienberichte über "Monster-Ratten" in Großstädten sind oft übertrieben. Zwar können vereinzelt sehr große Wanderratten gefunden werden, die meisten bleiben innerhalb der genannten Bereiche. Faktoren wie gutes Nahrungsangebot (z. B. in Müllplätzen) und fehlende Fressfeinde begünstigen größere Individuen. Details zu populären Berichten finden Sie z. B. beim Magazin STERN: So riesig sind die Monster-Ratten von London (STERN).
Wie misst man eine Ratte richtig?
Für eine verlässliche Größenangabe gelten folgende Schritte:
- Miss die Kopf-Rumpf-Länge (vom Nasenrücken bis zur Basis des Schwanzes).
- Miss die Schwanzlänge separat (von Schwanzbasis bis zur Schwanzspitze).
- Gewicht mit einer genauen Waage aufnehmen.
Bei toten Tieren lässt sich so die genaue Gesamtlänge bestimmen; bei lebenden Tieren ist Vorsicht geboten und die Messung sollte nur von Fachpersonal vorgenommen werden.
Warum spielt die Größe eine Rolle für Schädlingsbekämpfung und Hygiene?
- Einflug- und Zugangsöffnungen: Kleinere Löcher genügen – eine Wanderratte braucht etwa 5–7 cm Durchlass, um sich hindurchzudrücken. Größe beeinflusst also Abdichtungsmaßnahmen.
- Biss- und Kratzschäden: Größere Tiere verursachen mehr Sachschaden und können kräftiger an Leitungen, Isolierungen und Kabeln nagen.
- Köder und Fallen: Gewicht und Größe bestimmen, welche Fallen geeignet sind (z. B. Schlagfallen für Wanderratten sind größer dimensioniert als für Mäuse).
- Gesundheitsrisiken: Größere Populationen mit gut genährten Individuen erhöhen das Krankheits- und Kontaminationsrisiko.
Hinweise für Hausbesitzer: Anzeichen einer Kanalratten-Präsenz
Die Größe hilft bei der Unterscheidung von Nagern anhand folgender Spuren:
- Kot: Wanderrattenkot ist länglich, meist 12–20 mm lang, und deutlich größer als Mäusekot.
- Spuren und Laufwege: Breite, gut erkennbare Pfade an Wänden (Rub Marks) und Fußspuren im Schlamm.
- Nage- und Bissspuren: Angeknabberte Lebensmittelverpackungen oder Kabelleitungen.
- Geräusche: Kratz- und Scharrgeräusche in Wänden oder Decken, besonders nachts.
Was tun bei Verdacht auf Kanalratten?
Bei Befall sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Schädlingsbekämpfer erkennen anhand Größe und Spuren, ob es sich um Wanderratten handelt und welche Maßnahmen nötig sind. Eine Übersicht zu Schädlingsbekämpfung und Unterschiede finden Sie z. B. hier: Schädlingsbekämpfung – Wanderratte / Kanalratte (Walter Groenhoff).
Fazit
Kanalratten (Wanderratten) sind in der Regel deutlich robuster und größer als Hausratten. Typische Körperlängen liegen bei 18–28 cm, die Schwanzlänge bei 15–22 cm, und das Gewicht schwankt meist zwischen 150 und 500 g. Extreme Ausprägungen kommen vor, sind aber selten. Die Kenntnis der Größe hilft bei Bestimmung, Vorbeugung und der Auswahl geeigneter Maßnahmen zur Bekämpfung.
Wenn Sie konkrete Hinweise auf Ratten in oder an Ihrem Haus haben, dokumentieren Sie Kotgröße, Fundort und Fotos – das erleichtert die Einschätzung durch Fachleute und führt schneller zu einer passenden Lösung.