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Australische Gespenstschrecke (Extatosoma tiaratum): Aussehen, Haltung und Zucht

Lukas Fuchs vor 1 Woche Entomologie und Insektenkunde 3 Min. Lesezeit

Die Australische Gespenstschrecke fasziniert durch ihre perfekte Tarnung und ungewöhnliche Entwicklung. Dieser Artikel erklärt Aussehen, Lebensweise und alles Wissenswerte zur Haltung im Terrarium — ideal für Einsteiger und erfahrene Terrarianer.

Was ist die Australische Gespenstschrecke?

Die Australische Gespenstschrecke (Extatosoma tiaratum) ist eine der bekanntesten Gespenstschrecken-Arten und stammt aus den tropischen und subtropischen Regionen Australiens. Auffällig ist ihr blattähnlicher Körperbau und die Fähigkeit der Jungtiere, Ameisen nachzuahmen. In der Heimtierhaltung ist sie wegen ihrer ruhigen Art und vergleichsweise einfachen Pflege beliebt.

Aussehen und Besonderheiten

  • Größe: Weibchen werden typischerweise bis etwa 10–12 cm lang, Männchen sind schlanker und kürzer (ca. 8–10 cm).
  • Färbung und Formen: Es gibt verschiedene Farbvarianten (grün, braun, „lichen/ Flechtenform“). Die Flechtenform besitzt kleine Auswüchse und wirkt sehr unregelmäßig – ideal zur Tarnung.
  • Verhalten: Tagsüber bewegen sich die Tiere langsam und imitieren mit ihren gebrechlich wirkenden Bewegungen Zweige oder Blätter. Bei Gefahr stellen sie sich manchmal tot oder zappeln mit angedeuteten Bewegungen.
  • Jungtiere: Die frisch geschlüpften Nymphen haben eine erstaunliche Entwicklungsstrategie: junge Stadien ähneln Ameisen (Myrmekoide Phase), was Räuber täuscht.

Lebensraum und Verbreitung

In der Natur lebt Extatosoma tiaratum hauptsächlich in Eukalyptuswäldern und Buschland Australiens. Sie ernährt sich von Blättern verschiedener Gehölze. In Menschenobhut sind sie weit verbreitet und gelten nicht als gefährdet.

Haltung im Terrarium — Grundregeln

Die Australische Gespenstschrecke gilt als pflegeleicht, wenn ein paar Grundbedingungen beachtet werden:

  • Behausung: Für ein einzelnes Tier reicht ein Terrarium von ca. 30 × 40 × 30 cm; für mehrere Tiere sollte die Fläche entsprechend verdoppelt werden. Gute Belüftung ist wichtig.
  • Temperatur: Tagsüber ideal 20–23 °C; Nachttemperaturen können leicht darunter liegen. Hitzestau vermeiden.
  • Feuchtigkeit: Moderate Luftfeuchte (50–70 %) – regelmäßiges Nebeln (1× täglich oder nach Bedarf) sorgt für Trinkwasser und verhindert Austrocknung.
  • Substrat: Kokoshumus, Torf, ungedüngte Erde oder Moos eignen sich. Das Substrat fängt fallende Eier auf und hält Feuchtigkeit.
  • Einrichtung: Zweige, Pflanzen (lebend oder künstlich) zum Klettern; keine scharfen Kanten, an denen sich Tiere verletzen könnten.

Futter

In Gefangenschaft fressen Australische Gespenstschrecken vor allem:

  • Brombeer- und Himbeerblätter (Brombeere/Weinbeere)
  • Eichen- und Haselblätter
  • Rosenblätter
  • Manche Pflegebeschreibungen nutzen auch Eukalyptus, Vorsicht bei bestimmten Arten

Frische und pestizidfreie Pflanzenteile verwenden. Das Futter regelmäßig wechseln und welke Blätter entfernen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Weibchen legen Eier, die optisch Samen ähneln und im Substrat abgelegt werden. Die Inkubationszeit beträgt je nach Temperatur mehrere Wochen bis Monate. Nach dem Schlüpfen zeigen viele Jungtiere zunächst eine Ameisen-ähnliche Gestalt (Mimikry), bevor sie blattähnlicher werden. Die Entwicklungsdauer bis zum erwachsenen Tier liegt meist zwischen 4 und 6 Monaten, kann aber je nach Bedingungen variieren. Weibchen leben oft bis zu etwa 12 Monaten, Männchen meist kürzer.

Pflege-Tipps und häufige Fehler

  • Keine zu hohe Luftfeuchtigkeit: Schimmelbildung vermeiden. Regelmäßiges Lüften ist wichtig.
  • Keine direkte Sonne: Terrarium nicht in heiße Sonne stellen, Stress und Hitzetod vermeiden.
  • Vorsichtiges Handling: Gespenstschrecken sind empfindlich, abbrechende Beine sind möglich. Nur bei Bedarf anfassen.
  • Pflanzen und Zweige vor der Fütterung auf Pestizide prüfen.

Warum die Australische Gespenstschrecke als Haustier?

Sie ist ruhig, benötigt keine anspruchsvolle Technik und bietet durch ihre ungewöhnliche Entwicklung und Tarnung faszinierende Beobachtungsmöglichkeiten. Für Einsteiger in die Terraristik sind sie deshalb sehr beliebt.

Weiterführende Links und Quellen

Kurze Checkliste zur Haltung

  1. Terrarium 30×40×30 cm (einzeln), gute Belüftung
  2. Temperatur 20–23 °C, moderate Luftfeuchte
  3. Pestizidfreie Futterblätter (Brombeere, Eiche, Hasel, Rose)
  4. Substrat: Torf/Kokoshumus/Moos, täglich leichtes Besprühen
  5. Vorsichtiges Handling, regelmäßig Reinigung

Fazit

Die Australische Gespenstschrecke ist eine attraktive, gut geeignete Art für Hobby-Terrarien. Mit einfachen Grundregeln zu Behausung, Temperatur und Fütterung lassen sich Tiere problemlos halten und züchten. Wer die Entwicklung der Jungtiere sehen möchte, erlebt mit Extatosoma tiaratum spannende Verhaltensweisen — vom Ameisen-Imitat bis zum perfekt getarnten Blatt.

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