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Wenn das Gehirn sichtbar wird: MRT in der Neurologie

Lukas Fuchs vor 1 Monat 3 Min. Lesezeit

Kurz, klar, wichtig: Ein MRT des Kopfes ist eines der zentralen Werkzeuge der neurologischen Diagnostik. Dieser Artikel erklärt, wann die Untersuchung nötig ist, wie sie abläuft, welche Sequenzen wichtig sind und was Patientinnen und Patienten wissen sollten.

Was ist ein MRT des Kopfes und warum ist es für die Neurologie wichtig?

Die Magnetresonanztomographie (MRT) liefert hochauflösende Schnittbilder des Gehirns, der Hirnhäute, des Schädels und der Gefäße. In der neurologischen Praxis hilft die Untersuchung, Ursachen für Beschwerden wie Schlaganfall, Krampfanfälle, chronische Kopfschmerzen, Schwindel oder Sehstörungen zu finden. Anders als Röntgen oder CT arbeitet die MRT ohne ionisierende Strahlung und stellt Weichteilstrukturen besonders gut dar.

Typische Indikationen

  • Akuter Schlaganfall: Diffusionsbildgebung (DWI) erkennt Frischinfarkte früh.
  • Multiple Sklerose: FLAIR- und T2-Sequenzen zeigen Entzündungsherde.
  • Gehirntumoren: Tumorlage, -größe und Verbreitung; ggf. Kontrastmittel zur Abgrenzung.
  • Epilepsie: Strukturelle Läsionen als Auslöser von Anfällen.
  • Demenzabklärung: Atrophiemuster, vaskuläre Veränderungen.
  • Infektionen/Abszesse: Kontrastmittel-unterstützte Darstellung.
  • Gefäßdiagnostik: MR-Angiographie (MRA) für Aneurysmen oder Stenosen.

Wie bereite ich mich vor?

Vor der Untersuchung kurz mit dem behandelnden Neurologen oder dem Radiologen sprechen. Wichtige Hinweise:

  • Metallimplantate, Herzschrittmacher, Cochlea-Implantate oder Neurostimulatoren immer angeben – manche Geräte sind kontraindiziert.
  • Bei Platzangst (Klaustrophobie) kann eine orale Beruhigung vorab besprochen werden.
  • Bei geplanter Kontrastmittelgabe: Nüchternheit ist meist nicht erforderlich, Blutwerte (Nierenfunktion) können verlangt werden.
  • Schmuck und metallische Gegenstände entfernen.
  • Schwangerschaft: MRT im 1. Trimester nur wenn unbedingt nötig; Kontrastmittel möglichst vermeiden.

Ablauf der Untersuchung

Die Patientin/der Patient liegt auf einer Liege, die in die Röhre geschoben wird. Die Untersuchung ist schmerzfrei, aber relativ laut (Klack‑ und Brummgeräusche). Eine typische Kopf-MRT dauert 15–45 Minuten, je nach Fragestellung und eingesetzten Sequenzen. Bei Bedarf wird ein Kontrastmittel (Gadolinium-basiert) intravenös verabreicht, um Entzündungen, Tumore oder Gefäßleerstellen besser zu erkennen.

Wichtige Sequenzen und was sie zeigen

  • T1-gewichtete Bilder: Gute anatomische Darstellung; nach Kontrastmittel für Tumore und Entzündungen.
  • T2-gewichtete Bilder: Flüssigkeitsreiche Areale und Ödeme werden sichtbar.
  • FLAIR: Ideal zur Darstellung von MS‑Plaques und periventrikulären Läsionen.
  • DWI (Diffusionswichtung): Sehr sensitiv für frische Ischämien (Schlaganfall).
  • SWI (Suszeptibilitätswichtung): Erkennt Blutungen und kleinste Gefäßverkalkungen.
  • MR-Angiographie (TOF, kontrastverstärkt): Beurteilung von Gefäßen, Stenosen, Aneurysmen.
  • fMRT (funktionelle MRT): Kartierung funktionaler Areale, z. B. vor Tumor-OPs.

1,5 Tesla vs. 3 Tesla: Macht das einen Unterschied?

Hochfeldscanner (3 T) liefern in vielen Sequenzen höhere Auflösung und besseren Signal‑Rausch‑Abstand als 1,5 T, was besonders bei kleinen Läsionen, fMRT und Gefäßdarstellung vorteilhaft ist. Allerdings sind 3‑Tesla‑Aufnahmen anfälliger für Artefakte. Die Wahl hängt von Fragestellung, Verfügbarkeit und klinischem Bedarf ab.

Sicherheit und Risiken

MRT ist grundsätzlich sehr sicher. Mögliche Probleme:

  • Kontrastmittelreaktionen sind selten; schwerwiegende Nebenwirkungen äußerst ungewöhnlich.
  • Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann die Gabe von Gadolinium‑Kontrastmitteln Risiken bergen; vorherige Bluttests sinnvoll.
  • Metallische Fremdkörper im Körper (insbesondere im Auge) können gefährlich sein.
  • Lärm: Gehörschutz wird bereitgestellt.

Was kann das MRT nicht immer eindeutig klären?

Nicht jede Kopfschmerzursache ist im MRT sichtbar. Funktionelle oder migränebedingte Schmerzen bleiben oft ohne strukturellen Befund. Ebenso können entzündliche Veränderungen im sehr frühen Stadium oder mikroskopisch kleine Läsionen schwieriger zu erkennen sein. Deshalb gehört die Bildgebung immer zur Gesamtbeurteilung durch Neurologie, Labor und ggf. Liquoruntersuchung.

Ergebnisse: Wie werden die Befunde bewertet?

Ein Radiologe erstellt den Befundbericht und beschreibt Lage, Größe und Charakter von Auffälligkeiten. Der Neurologe setzt diese Befunde in den klinischen Kontext: Sind Läsionen mit den Symptomen vereinbar? Braucht es Nachkontrollen, zusätzliche Diagnostik (z. B. PET, Liquor) oder eine Therapieänderung? Bei komplexen Fällen werden Befunde interdisziplinär besprochen.

Praktische Hinweise für Patientinnen und Patienten

  1. Bringen Sie aktuelle Berichte, Voraufnahmen und Medikamentenliste mit.
  2. Wenn ein Befund unklar ist: Fragen Sie nach Vergleichsaufnahmen und interdisziplinärer Besprechung.
  3. Bei Unsicherheit über Implantate: Implantatpass oder Arztbrief mitbringen.
  4. Informieren Sie sich vorab auf vertrauenswürdigen Seiten, z. B. NetDoktor (https://www.netdoktor.de/diagnostik/kernspintomografie/mrt-kopf/) oder der jeweiligen radiologischen Praxis.

Fazit

Die MRT des Kopfes ist ein zentrales Verfahren in der neurologischen Diagnostik: präzise, strahlungsfrei und vielseitig einsetzbar. Ob Schlaganfall, Entzündung, Tumor oder chronische neurologische Beschwerden — die richtige Sequenz und die korrekte Interpretation durch Radiologie und Neurologie sind entscheidend für Diagnose und Therapieplanung. Bei Fragen zur Notwendigkeit, Vorbereitung oder Risiken sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt.

Weiterführende Links und Quellen:

  • NetDoktor – MRT Kopf: https://www.netdoktor.de/diagnostik/kernspintomografie/mrt-kopf/
  • ZRN Leipzig – Neurologische Diagnostik mit 3T: https://zrn-leipzig.de/kompetenzen/diagnostik/neurologische-diagnostik
  • Informationen zur Radiologie Ihrer Region: prüfen Sie lokale Praxis-Webseiten wie https://radiologie-am-turm.de/mrt-kopf

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