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Warum entstehen Syringome? Ursachen, Risikofaktoren und was Sie wissen sollten

Lukas Fuchs vor 2 Monaten 3 Min. Lesezeit

Syringome sind harmlose, aber oft kosmetisch störende Hautknötchen – besonders im Augenbereich. In diesem Artikel erkläre ich klar und verständlich, welche Ursachen hinter Syringomen stecken, welche Risikofaktoren bekannt sind und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Was sind Syringome?

Syringome sind gutartige (nicht-krebsartige) Hautveränderungen, die meist als kleine, feste, hautfarbene bis hellgelbe Knötchen auftreten. Häufig sitzen sie um die Augenlider, können aber auch in anderen Körperregionen vorkommen. Medizinisch gehören sie zu den Tumoren der Schweißdrüsenausführungsgänge (sogenannte ekkrine Ductus-Hyperplasien).

Syringome: die eigentliche Ursache

Die genaue Entstehung von Syringomen ist nicht vollständig geklärt. Histologisch zeigen sie eine Proliferation (Vermehrung) von Zellen in den Ausführungsgängen ekkriner Schweißdrüsen. Deshalb gilt als Grundprinzip: Syringome entstehen durch eine gutartige Wucherung (Hyperplasie) der Gänge der Schweißdrüsen. Ob diese Wucherung durch genetische, hormonelle oder externe Faktoren ausgelöst wird, ist Gegenstand der Forschung.

Bekannte Risikofaktoren und Auslöser

  • Genetische Veranlagung: Familiäre Häufungen sind beschrieben. Bei manchen Betroffenen treten Syringome gehäuft auf, was auf eine genetische Komponente hinweist.
  • Geschlecht und Alter: Syringome treten häufig bei Frauen auf, meist im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter. Periorbitale Syringome werden oft bei jungen Frauen diagnostiziert.
  • Hormonelle Einflüsse: Bei einigen Betroffenen nimmt die Zahl oder Sichtbarkeit der Knötchen in Phasen hormoneller Veränderungen zu (Pubertät, Schwangerschaft). Das spricht für eine hormonelle Modulation, auch wenn kein klarer Hormonmechanismus belegt ist.
  • Bestimmte Syndrome/Erkrankungen: Es gibt Assoziationen mit bestimmten Erkrankungen: Beispielsweise können disseminierte Syringome bei Patienten mit Down-Syndrom gehäuft vorkommen. Einige seltene Varianten (z. B. klarzellige Syringome) wurden bei Patientinnen mit Diabetes mellitus beobachtet, aber die Zusammenhänge sind nicht eindeutig kausal.
  • Medikamentöse oder lokoregionale Auslöser: Manchmal werden Hautveränderungen nach äußeren Reizen, Verletzungen oder Therapien (z. B. Laser-/Peeling-Prozeduren) berichtet – ein direkter ursächlicher Zusammenhang zu Syringomen ist jedoch nicht belegt.

Welche Arten von Syringomen gibt es?

  • Periorbitale Syringome: Einzelne oder multiple Knötchen um die Augenlider – die häufigste Form.
  • Eruptive oder disseminierte Syringome: Viele kleine Läsionen, die plötzlich an mehreren Körperstellen auftreten können (Rumpf, Hals, Achseln).
  • Syndromale Formen: In Verbindung mit genetischen Syndromen (z. B. Down-Syndrom) oder seltenen Varianten mit speziellen histologischen Eigenschaften.

Wie werden Syringome diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt meist klinisch durch den Hautarzt anhand des typischen Erscheinungsbildes. Bei Unsicherheit oder atypischem Befund kann eine kleine Hautprobe (Biopsie) entnommen werden, um die charakteristische Histologie der ekkrinen Gangproliferation zu zeigen. Zur Abgrenzung werden andere kleine Hautknötchen wie Milien, Xanthelasmen, Trichoepitheliome oder seborrhoische Keratosen berücksichtigt.

Gibt es Präventionsmöglichkeiten?

Da die genauen Ursachen nicht vollständig bekannt sind und eine genetische Komponente eine wichtige Rolle spielt, gibt es keine bewährte Methode, Syringomen zuverlässig vorzubeugen. Eine gesunde Hautpflege und das Vermeiden unnötiger Traumata der Haut kann sinnvoll sein, einen sicheren Schutz vor der Entstehung bieten diese Maßnahmen jedoch nicht.

Behandlung: Wann und wie behandeln?

Weil Syringome gutartig sind, ist eine Behandlung medizinisch nicht zwingend erforderlich. Viele Betroffene wünschen jedoch eine Therapie aus kosmetischen Gründen. Mögliche Verfahren sind:

  • CO2-Laser oder Erbium-Laser: Häufig eingesetzt; ermöglicht Präzision und gute kosmetische Ergebnisse, kann aber zu Narbenbildung oder Pigmentveränderungen führen.
  • Elektrokauterisation oder chirurgische Entfernung: Geeignet für einzelne Läsionen, riskant bei vielen kleinen Knötchen (Narbengefahr).
  • Chemische Peelings / TCA: Teilweise verwendet; Ergebnisse variieren.
  • Cryotherapie: Vereisung kleiner Läsionen, begrenzter Erfolg und Risiko von Pigmentstörungen.
  • Topische Therapien: Retinoide oder andere Cremes können das Erscheinungsbild geringfügig verbessern, meist aber kein vollständiges Verschwinden bewirken.

Wichtig: Jede Behandlung sollte individuell mit dem Hautarzt besprochen werden. Das Risiko von Narben oder Pigmentveränderungen besonders im Bereich der Augen ist zu berücksichtigen.

Prognose

Syringome sind nicht bösartig und stellen in der Regel keine gesundheitliche Gefahr dar. Ohne Behandlung bleiben sie oft stabil oder verändern sich nur langsam. Nach einer Entfernung können Rezidive (Wiederauftreten) an derselben Stelle auftreten.

Wann sollten Sie zum Arzt?

  • Wenn neue, schnell wachsende oder blutende Hautveränderungen auftreten.
  • Wenn kosmetische Belastung besteht und Sie Behandlungsmöglichkeiten besprechen möchten.
  • Bei Unsicherheit über die Diagnose — eine Biopsie klärt Befund und Regel-Ausnahmen.

Weiterlesen / Quellen

Fazit: Die Hauptursache von Syringomen ist eine gutartige Zellvermehrung der Ausführungsgänge ekkriner Schweißdrüsen, wahrscheinlich mit starker genetischer und moderater hormoneller Komponente. Eine vollständige Vermeidung ist derzeit nicht möglich, aber verschiedene Verfahren können das Erscheinungsbild verbessern — immer nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung mit dem Hautarzt.

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